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Von Bernd Zeller 28.01.2012 / Kolumne
Kolumne

Dschungel

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Vignette: Bernd Zeller

In mehreren voneinander unabhängigen Medien wird ausführlich über Vorgänge im Dschungelcamp des Senders RTL berichtet, so dass man geneigt sein könnte, von einer Pressekampagne zu sprechen. Es kann aber auch nur daran liegen, dass die Kandidaten interessantere Persönlichkeiten sind als Christian Wulff. Wwas trotz der willkommenen Abwechslung für sich genommen noch nichts Bemerkenswertes wäre, sie aber vom Zuschauer aufgrund ihrer unterdurchschnittlichen Präsenz, die ja gerade zu ihrem Einzug in den Dschungel geführt hat, als angenehm und unaufdringlich empfunden werden, auch wenn es nun damit ein vorläufiges Ende haben soll.

Die Kandidaten haben einen gewissen Prominenzgrad, der es gestattet, kein Mitleid mit ihnen zu haben. Diese emotionale Ersparnis kommt Unterhaltung gleich, ist aber wesentlich leichter herzustellen. Darüberhinaus ist es natürlich angenehm zu sehen, dass man sich besser da befindet, wo man ist, nämlich zu Hause vor dem Fernseher, und nicht irgendwo anders, wo man dachte, dass man dahin gern mal reisen würde.

Die Dschungelcamp-Sendung hat also eine stabilisierende Wirkung und sollte als gemeinnützig von den Steuern befreit werden. Man kann gar nicht abschätzen, wieviele Menschen sich von ihr davon abhalten lassen, eine Karriere als Promi und anschließender Ex-Promi einzuschlagen. Die Zuschauer werden defrustriert. Sie brauchen die Leistungen nicht zu bestaunen, anders als etwa bei »Wetten dass«, »Wer wird Millionär« oder »Was nun, Herr Wulff«, wo die Kandidaten Kunststückchen vollbringen oder Fragen beantworten, bei denen gewöhnliche Bürger ein schlechtes Bild abgeben würden.

Es ist daher zu erwarten, dass die Dschungelcamper nach Ablauf ihrer Vertragszeit zu Gesprächen mit Bettina Schausten und Ulrich Deppendorf eingeladen werden, in denen sie sich etappenweise entschuldigen.

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