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Von Florian Lütticke, dpa 30.01.2012 / Sport

Schwerer Weg zu alter Stärke

Maria Höfl-Riesch feiert ihren ersten Sieg seit über elf Monaten - Lindsey Vonn bleibt das Maß der Dinge

Bis zum Ende des Herzschlagfinales von St. Moritz hatte Maria Höfl-Riesch selbst nicht an ihren ersten Saisonerfolg geglaubt. Erst als ihre Dauerrivalin Lindsey Vonn (USA) in der Super-Kombination mit dem winzigen Rückstand von drei Hundertstel Sekunden über die Ziellinie hechtete, warf die deutsche Doppelolympiasiegerin glücklich den Kopf in den Nacken. »Gott sei Dank, der erste Sieg. Es ist eine riesengroße Erleichterung«, sagte Höfl-Riesch.

Erstmals nach mehr als elf Monaten und 25 Weltcuprennen fuhr die 27-Jährige aus Partenkirchen wieder auf das oberste Treppchen. »Ich hab mir gedacht: Es wird leider wieder nichts. Es war eine Überraschung, dass Lindsey hinten war.« Zuletzt war sie beim Super-G in Are im Februar 2011 als Siegerin geehrt worden.

Am Sonnabend musste sich Höfl-Riesch der überragenden Abfahrerin Vonn noch mit 1,42 Sekunden Rückstand geschlagen geben, in der ersten Kombination am Freitag verpasste sie mit einem Torlaufpatzer einen Podestrang. Doch der 21. Weltcupsieg gab ihr Selbstvertrauen für die Heimrennen am kommenden Wochenende in Garmisch-Partenkirchen. »Ich hoffe, dass ihr das so viel Luft verschafft, dass sie nicht immer mit der Bilanz der vergangenen Jahre konfrontiert wird«, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. »Für Maria lief es sehr gut. Wenn du Erste und Zweite wirst, gibt es gar nichts auszusetzen.«

Mit zwei Siegen durfte auch Vonn restlos zufrieden sein. In überragender Manier sicherte sie sich ihren 24. Erfolg in der Abfahrt. »Sie ist derzeit das Maß aller Dinge, mit Abstand. Es ist sehr schwer, mit ihr mitzuhalten«, würdigte Höfl-Riesch die »Extraklasse« der dreimaligen Gesamtweltcupsiegerin.

Der vierte Triumph scheint dem US-Star bei 387 Punkten Vorsprung auf die Slowenin Tina Maze kaum noch zu nehmen. »Das erste Mal habe ich keine Fehler gemacht«, kommentierte Vonn ihren ersten Abfahrtssieg auf der Engiadina-Strecke und zeigte sich über das knapp verpasste Triple nur kurz enttäuscht: »Ich bin sehr froh für Maria. Aber es wäre sehr schön für mich gewesen, wenn ich meinen 50. Sieg gefeiert hätte.«

Für Höfl-Riesch ist es kein leichter Weg zu alter Stärke. Nach einem durchwachsenen Saisonstart und einer Rennpause wegen eines Grippeinfekts hat sie inzwischen den dritten Platz in der Gesamtwertung erobert. »Ich fühle mich in den Speeddisziplinen im Aufwärtstrend«, meinte die Siegerin der Abfahrt von 2010.

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