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30.01.2012

Lämmer auf Seziertisch

Experten auf der Spur des Schmallenberg-Virus

Krefeld (dpa/nd). Auf der Suche nach dem Schmallenberg-Virus werden in Krefeld tote Lämmer untersucht. Täglich seziert man hier an die 20 tote Schafe. Auch fehlgebildete Kälber werden in die Pathologie gebracht. »So etwas hatten wir noch nicht gesehen«, sagt die Tierpathologin Annette Kuczka. Es gibt eine große Variationsbreite. Manche Tiere sehen fast normal aus, andere nicht. Doch nur bei einem Teil der toten Lämmer, auch wenn sie Veränderungen hatten, wurde das Virus dann tatsächlich nachgewiesen.

Die Schafhalter sind in Sorge. Der Schafzuchtverband in Nordrhein-Westfalen weiß, dass bei Zwillingsgeburten von Schafen ein Tier tot und das andere gesund geboren werden kann. »Es gibt Betriebe mit einem Schaden von 50 Prozent, andere haben bislang keine Totgeburten gehabt«, rätselt Markus Barghausen, Berater des Verbandes in Paderborn. Inzwischen gibt es Meldungen aus allen Regionen Nordrhein-Westfalens. Das Land verzeichnet mehr als 10 000 Schafhalter mit fast 400 000 Tieren. Der Erreger ist allerdings bereits in sechs weiteren Bundesländern aufgetaucht.

Seit Anfang des Jahres breitet sich das für Schafe, Ziegen und Rinder gefährliche Virus aus, das nach der Stadt Schmallenberg im Sauerland benannt ist, weil dort im November 2011 die ersten Rinder mit den entsprechenden Symptomen herkamen. Es wird vermutlich von Insekten übertragen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems bei Greifswald will die Suche nach einem Impfstoff vorantreiben. Eine bundesweite Meldepflicht soll Ende März in Kraft treten.


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