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Von Morten Ritter, dpa 01.02.2012 / Sport

Schnäppchen zum Ladenschluss

Transferperiode endet ohne überraschende Einkäufe der Bundesligisten, der Trend zu Leihgeschäften im Winter setzt sich fort

Die Fußball-Bundesliga investierte in der zweiten Transferperiode fast 50 Millionen Euro für neue Spieler. Rekordeinkäufer im Winter war Felix Magath mit dem VfL Wolfsburg.

Die letzten Schnäppchen sind gemacht, die hektische Betriebsamkeit ist kurz vor Torschluss der zweiten Transferperiode in der ersten Liga aber ausgeblieben. 1899 Hoffenheim hat sich kurzfristig mit dem auf Leihbasis verpflichteten Wolfsburger Srdjan Lakic im Angriff doch noch verstärkt. Der 1. FC Kaiserslautern und Freiburg trennten sich auf den letzten Drücker von Spielern und holten Ersatz. Allerdings standen auf der letzten Transferliste noch fast 50 Profis, die am Dienstagabend noch verpflichtet oder abgegeben werden konnten.

Spektakuläre Wechsel blieben zunächst aus. Allerdings kann ein Spieler wie Michael Ballack, der nicht auf der Liste steht, noch in bestimmte ausländische Ligen wie Norwegen, Schweden, Russland und die Schweiz wechseln. Bis 15. April ist sogar ein Transfer in die USA möglich.

Insgesamt haben die Erstligisten im Zeitraum vom 1. bis zum 31. Januar knapp 50 Millionen Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben, Leihgebühren sind dabei nicht eingerechnet. Im Gegenzug nahmen die Vereine rund 30 Millionen durch Spielerverkäufe ein. Insgesamt hat sich die Liga seit Saisonbeginn neue Spieler für fast 200 Millionen Euro geleistet.

Haupteinkäufer im Winter war Felix Magath, der etwa 29 Millionen Euro in acht weitere Spieler für den VfL Wolfsburg investiert hat. »Wir haben die Qualität noch einmal gesteigert. Deshalb bin ich sicher, dass wir uns weiter nach vorn arbeiten werden«, sagte der Wolfsburger Coach.

Teuerste Profis waren VfL-Abwehrneuzugang Ricardo Rodriguez, der für 7,5 Millionen Euro vom FC Zürich kam, und Leverkusens Torhüter Bernd Leno, der 7,5 Millionen gekostet hat. Offensivtalent Giovanni Sio vom FC Sion war Wolfsburg 5,8 Millionen wert.

Den größten Erlös verbuchte der SC Freiburg mit zwölf Millionen Euro von Newcastle United für Stürmer Papiss Demba Cissé. Als günstigen Ersatz hat der Tabellenletzte den 22-jährigen Ivan Santini leihweise vom kroatischen Erstligisten NK Zadar geholt.

Auch bei den meisten anderen Vereinen sitzt das Geld nicht mehr so locker. Der Trend zu preiswerten Leihgeschäften oder ablösefreien Spielern setzt sich fort. Nur das Spitzenduo Bayern München und Meister Dortmund sowie der Hamburger SV holten bisher gar keinen neuen Spieler. Hertha BSC und Hannover 96 begnügten sich mit einer Neuverpflichtung, allerdings zahlten die Berliner nur 90 000 Euro für Verteidiger Felix Bastians vom SC Freiburg, Hannover investierte 1,8 Millionen in Stürmer Mame Biram Diouf von Manchester United.

Neben dem 12-Millionen-Transfer des Freiburgers Cissé brachten zwei Wechsel innerhalb der Bundesliga das meiste Geld: Torhüter Leno von Stuttgart nach Leverkusen (7,5) und Vedad Ibisevic von Hoffenheim nach Stuttgart (5). Borussia Mönchengladbach hat für den Verkauf von Raul Bobadilla zu Young Boys Bern etwa zwei Millionen kassiert, verpflichtet wurde er 2009 für das Doppelte. Angesichts der 17,1 Millionen von Borussia Dortmund für Marco Reus im Sommer kann der Tabellenvierte diesen Transferverlust sicher verkraften.

Wintertranfers in Europa

Investitionen gerundet in Mio. Euro

  • Deutschland, Bundesliga 50,0
  • England, Premier League 50,0
  • Frankreich, Ligue 1 40,0
  • Italien, Serie A 36,0
  • Spanien, Primera División 9,6

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