Von Heiko Oldörp, dpa
02.02.2012

Große Stars, keine Bühne

Nachdem die Saison der Fußballerinnen in den USA abgesagt wurde, sorgt sich der Olympiasieger um die Titelverteidigung

Der Freude über die erfolgreiche Olympia-Qualifikation folgte der Frust. Mit Unverständnis und Wehmut haben die Fußballerinnen der USA auf die Absage der neuen Saison in der heimischen Profiliga WPS reagiert. Jungstar Alex Morgan sprach von einem »traurigen Tag«, die beliebte Hope Solo fand die Nachricht »sehr bitter und schade«, und selbst die für den 1. FFC Frankfurt spielende Ali Krieger wollte es »immer noch nicht glauben, dass die WPS in den USA nicht funktioniert«.

Am Montag hatte die WPS mitgeteilt, die Saison wegen gravierender Rechtsstreitigkeiten mit einem ehemaligen Teambesitzer abzusagen. 2013, so hieß es weiter, wolle man zurückkommen. Doch das scheint eher Wunschdenken als Wirklichkeit zu sein.

Die 2009 gegründete WPS ist nach ihrem Vorgänger WUSA bereits die zweite Frauen-Profiliga, die ihren Spielbetrieb nach nur drei Jahren einstellt. Dabei war der Hype um Abby Wambach und Hope Solo nach Platz zwei bei der WM im vergangenen Sommer in Deutschland so groß wie seit dem Titelgewinn 1999 im eigenen Land nicht mehr. Doch die Hysterie um die US-Girls täuschte über die Probleme in der WPS hinweg.

Zu Beginn waren noch sieben Teams übers ganze Land verteilt, zuletzt gab es nur noch fünf an der Ostküste. Zwar bot die WPS große Spielernamen, schrieb aber trotzdem rote Zahlen. Zuletzt stieg mit Sportartikelhersteller Puma auch noch ein wichtiger Sponsor aus. Hinzu kommt der Gerichtsstreit mit Dan Borislow. Der 50-jährige Eigentümer des Teams magicJack aus Florida soll Spielerinnen »unprofessionell und herabsetzend« behandeln und Rechnungen nicht zahlen. WPS-Geschäftsführerin Jennifer OSullivan betonte, dass man sich entschlossen habe, lieber die Saison auszusetzen als weiterhin mit Borislow zu arbeiten.

Die WPS teilte mit, dass sich alle Profis ab sofort neue Teams suchen können. Noch ist allerdings unklar, ob die Nationalspielerinnen in Vorbereitung auf den angestrebten Gold-Hattrick bei den Olympischen Sommerspielen in London ins Ausland wechseln, in einer unteren heimischen Liga spielen oder vermehrt Trainingslager und Testspiele absolvieren.

Torhüterin Alyssa Naeher hat sofort Ersatz gefunden, sie kehrt zu Meister Turbine Potsdam zurück. Die 23-Jährige, erst im Dezember zu den Boston Breakers heimgekehrt, soll die erneute Verletzung von Potsdams Torfrau Anna Sarholz kompensieren.