Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Suchen auf neues-deutschland.de:

Erweiterte Suche

Von Armin Osmanovic 02.02.2012 / Panorama

Kabeldiebe behindern Afrikas ersten ICE

Weil das Geschäft mit Kupfer boomt, leiden die Passagiere des neuen Zugs

Afrikas erster Hochgeschwindigkeitszug, der Gautrain, der seit Anfang August die südafrikanische Hauptstadt Pretoria mit der Wirtschaftsmetropole Johannesburg verbindet, kommt immer wieder unfreiwillig zum Stehen. Schuld sind Kabeldiebe, die es auf die Kupferverkabelung der Schnellbahnlinie abgesehen haben. Kaum drei Wochen in Betrieb kam es schon zweimal zu Unterbrechungen wegen Kabeldiebstahl. Beim letzten Vorfall war die Ursache der Diebstahl von 100 Meter Kupferkabel in einer Haltestelle.

Der Diebstahl von Kupfer hat sich in Südafrika zu einem riesigen Geschäft entwickelt. Der Schaden für die südafrikanische Wirtschaft geht in die Milliarden. Geschätzter Verlust: 10 Milliarden Rand pro Jahr (etwa 1 Milliarde Euro). Im Falle des Gautrains ist durch den Kupferdiebstahl und die Betriebsunterbrechung nicht nur der Betreiber der Leidtragende, auch viele andere Unternehmen sind betroffen, deren Angestellte zu spät oder gar nicht zur Arbeit erscheinen.

Afrikas erster ICE, der seit letztem Jahr, rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft, zwischen dem Internationalen Flughafen und dem Johannesburger Geschäftszentrum Sandton verkehrt, ist bislang ein großer Publikumserfolg.

Noch ist die Verbindung bis zum Hauptbahnhof in Johannesburg nicht fertig, da es im unterirdischen Streckenteil zwischen dem Johannesburger Stadtteil Rosebank und dem Hauptbahnhof Probleme mit Wasser in den Tunneln gibt. Doch bald soll der Schnellzug bis zu 100 000 Passagiere pro Tag transportieren.

Zuversichtlich ist man beim BOMBELA-Konsortium, an dem auch ein Tochterunternehmen der Pariser Metro beteiligt ist, und bei den politisch Verantwortlichen, weil die Autobahn zwischen den beiden Städten oft überlastet ist. Zu den Hauptverkehrszeiten sitzt man im eigenen Pkw schon mal zwei Stunden für die 55 km lange Strecke von Pretoria nach Johannesburg. Südafrikas Schnellzug, der mit 160 km/h unterwegs ist, braucht dafür etwas mehr als 30 Minuten. Auch sind die Preise für den Schnellzug im Vergleich zum privaten Auto durchaus attraktiv, vor allem dann, wenn demnächst eine Autobahngebühr eingeführt wird. Südafrikas Transportminister rechnet wegen des Gautrains mit 20 Prozent weniger Verkehr auf den Straßen.

Das Großprojekt Gautrain, das nach letzten Berechnungen mit über 30 Milliarden Rand deutlich mehr Geld als die geplanten 7 Milliarden Rand verschlungen hat, ist in Südafrika nicht unumstritten. Der öffentliche Verkehr in Südafrikas Städten bedarf dringend Investitionen. Die Wege zwischen Arbeit und Wohnung sind vor allem für die Bewohner der Townships weit, lang und teuer. Die Regierung hat Abhilfe versprochen und will mehr Geld in die Nahverkehrszüge pumpen. Doch auch der Ausbau des Schnellzugsystems ist fest geplant. Der Bau der Strecke Johannesburg-Durban soll bald beginnen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar schreiben (Login erforderlich)
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Frisch gebloggt
26.05.2012 | Marcus Meier

Sind Frauen die besseren Politiker?

Alle Blogs

Facebook
Twitter

Zum Shop

Sie sind gefragt

Velothon 2012

nd stellt eine Mannschaft zusammen
nd-Newsletter

Täglich gut informiert.

Jetzt hier kostenlos abonnieren!
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.