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Lena Tietgen 03.02.2012 / Bildung

Twittern im Unterricht

Bildungsrauschen

Mit dem Einzug interaktiver Medien loten Schule deren Möglichkeiten aus. So berichtet www.zeit.de (bit.ly/z5vlaA) darüber, dass in Frankreichs »Grundschulen getwittert wird, um so den Schülern Lesen und Schreiben beizubringen«. Die Netz-Gemeinde ist gespalten ...

Beate S findet dies »hoffentlich einen Witz. Ist es nicht schon schwer genug, die lieben Kleinen von der Playstation oder dem 3 DS weg zu kriegen oder sie bezüglich ihrer Internet-Aktivitäten zu ›überwachen‹ und zu schützen? Jetzt sollen die Schüler mit Tablets ausgestattet werden, Apple bietet Schulbücher im E-Book-Format an und nun auch noch Twitter? Das seinen Sitz in den USA hat, dessen Nutzung voraussetzt, dass man weiß, was man tut. Das in der ganzen Welt lesbar ist, bei dem man für den Schutz seiner Zugangsdaten verantwortlich ist, wo Daten gesammelt und verkauft werden usw.? Das Twitter, in dem jeder nur Stuss schreibt und keiner mehr liest? Ich mache mir ernsthaft Gedanken um die Zukunft - und um unsere schöne deutsche Sprache.«

Anders readers_delight: »Ich habe beim PS3-Dienst ›Playstation Home‹ ein virtuelles Klassenzimmer mit Stühlen und Tischen eingerichtet, wo man sich mit seinen Avataren trifft. Über den Email-Dienst des Playstation-Netzwerks können mir Schüler mit ihren Handys aufgenommene Fotos von Aufgaben zuschicken, die wir dort als Nachhilfestunde besprechen - wenige Klicks vom Sofa entfernt. Smartboards und Twitter sind auch schon Techniken von Vorgestern. In den USA wird zur Zeit über sogenannte Flipped Classrooms diskutiert. Die Schüler bereiten sich auf den Unterricht durch die besten Videos zum Thema vor. Damit entfällt die Diskriminierung, z.B. in schlechten Stadtteilen zu wohnen. Alle können dieselben Videos von den besten Lehrern schauen. Und zwar so oft, in aller Stille zu Hause, bis sie es verstanden haben. Dann erst kommen sie in den ›echten Unterricht‹. Dort liegt der Schwerpunkt auf der Hausaufgabenbetreuung. Das Vermitteln von Wissen hat ja bereits zu Hause stattgefunden. Die ersten Schulen, die dieses Konzept eingeführt haben, feiern riesige Erfolge. Die Abbrecherraten fallen um 30 %, die Noten werden überproportional besser. Langzeitstudien stehen noch aus.«

multix antwortet: »Wie viele Grundschüler haben ein Smartphone mit Web-Flat und können damit umgehen, geschweige denn online zwitschern? Wie viele Lehrer kommen heute mit E-Whiteboards klar? Wie viele Multimedia-Präsentation werden via Beamer in deutschen Schulen an die Wand geworfen? Dazu gibt es keine Daten, und es ist albern, von einem Trend zu schreiben. Dennoch, die neuen Medien erobern die Klassenzimmer und Schulflure durch eine wachsende Zahl von SchülerInnen, die ihr mobiles Equipment mitbringen.«


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