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Peking soll den Euro retten

Merkel wirbt um Krisenfonds-Teilnahme

Tun sie's oder tun sie's nicht? Die Beteiligung der Chinesen am europäischen Krisenrettungsfonds EFSF ist eines der kitzligsten Probleme beim Merkel-Besuch in der Volksrepublik.

Regierungschef Wen Jiabao blieb zunächst beim Allgemein-Unverbindlichen und rief die Europäer zu einer schnellen Beilegung der Schuldenkrise auf - woran diese vermutlich selbst das größte Interesse haben. Es sei »dringend«, dass die Krise auf Chinas größtem Exportmarkt überwunden werde, ließ er nach dem Talk mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag in Peking verlauten. Einem Appell zu internationaler Zusammenarbeit folgte dann endlich der Satz, der für den Besuch aus Berlin wohl der wichtigste war: China sei weiterhin bereit, sich am europäischen Rettungsfonds EFSF zu beteiligen. Für eine praktische Umsetzung dieser Wohlwollenserklärung gibt es aber offenbar weiterhin Hürden. Hatte doch die Pekinger Regierung bereits im Oktober vorigen Jahres geäußert, vor einer Fonds-Beteiligung müssten noch einige technische Fragen geklärt werden.

Das Reich der Mitte wäre ein exzellenter Partner: Mit rund 3,2 Billionen Dollar besitzt China schließlich die größten Devisenreserven der Welt. Zudem wäre der Einstieg auch keine unbedingte Premiere: Hält China doch bereits europäische Staatsanleihen im Wert von über 500 Milliarden Dollar. Besagen zumindest unbestätigte Schätzungen.

Merkel hatte sich vor der Begegnung mit Wen eifrig bemüht, mit einer Rede zur Finanz- und Währungspolitik vor der Akademie für Sozialwissenschaften in Peking Vertrauen in die Europäische Union einzuwerben. Die EU müsse sich dem härter gewordenen weltweiten Wettbewerb anpassen, doch habe der Euro sie stärker gemacht, betonte sie. - Eine Stärke, für deren Erhalt nun die Chinesen gebraucht werden.

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26.05.2012 | Marcus Meier

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