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Über Wasser halten

Kommentar von Silvia Ottow

Zu glauben ist das eigentlich nicht: Die privaten Krankenkassen verhandeln angeblich mit der Regierung, um einen 100-Euro-Tarif anbieten zu können, der es Versicherten ermöglichen soll, sich und damit diese Kassen noch eine Weile über Wasser zu halten. Abgesehen davon, dass so ein Tarif keinem Menschen zu empfehlen ist, weil er dafür so gut wie gar keine Leistungen bekommt, ist es auch der Privaten Krankenversicherung (PKV) nicht zu empfehlen. Immer mehr Billigtarife haben immer mehr Prämiensteigerungen zur Folge, das ist ja jetzt schon zu beobachten. Dem Fortbestand der PKV kann das nicht dienen.

Vielleicht lässt sich dieses Vorhaben in die Klientelpolitik einer in der Versenkung verschwundenen Partei einsortieren, die für Gesundheitspolitik verantwortlich ist. Man kann nur hoffen, dass dies noch jemandem auffällt. Allerdings wäre da die Frage, wem. Die Lobbyisten der Privaten, die lediglich 8,9 Prozent der Bevölkerung gegen Krankheit versichern und dafür jene Infrastruktur des Gesundheitssystems nutzen, die von den gesetzlich Krankenversicherten bezahlt wurde, haben in allen Ministerien einen Fuß in der Tür. Ginge es nach vernünftigen Kriterien, gäbe es ihr Versicherungsmodell nämlich schon lange nicht mehr.

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