Marcus Meier 04.02.2012 / Kolumnen

Grüner Kapitalismus?

Selbst bei der Unternehmensberatung »Pricewaterhousecoopers« schwindet der »vorsichtige Optimismus«

Sinkender Treibhausgasausstoß bei wachsender Wirtschaft? Ein Mythos, wie eine Studie der Unternehmensberatung »Pricewaterhousecoopers« belegt. 2010 stiegen die Kohlendioxid-Emissionen sogar weltweit schneller als das globale Bruttoinlandsprodukt.

Die Studie der Unternehmensberater
Wachsende Wirtschaft, substanziell sinkender Klimaschaden: Klingt paradox. Doch mancher hofft darauf – so die Freunde eines »Green New Deal«, weit voraus eilend der ehemalige Wachstums-Kritiker Ralf Fücks, Vorstand der grünen Heinrich-Böll-Stiftung. Mancher beschwört die Hoffnung schlicht aus schnödem Interesse. Insbesondere jene Greenwashing betreibenden Teile der Wirtschaft und ihrer Interessenverbände, sofern sie den Klimawandel oder dessen Bedeutung nicht gleich bestreiten lassen. So oder so: Den Lobbyisten geht um das Weiter-Machen-wie-bisher. Das immerhin kann man dem Grünen Fücks gewiss nicht vorwerfen: Er setzt auf massive Effizienzfortschritte und Erneuerbare Energien – und strebt »Wohlstandsgewinne« weltweit an, die jedoch umwelt- und klimaverträglich sein müssten. Aber ist das realistisch – bei fortgesetztem Wachstum weltweit, also auch im Norden? Die substanzielle Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Kohlendioxid-Ausstoß ist – zumindest bis dato – ein Mythos. Das belegt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatungs-Gesellschaft »Pricewaterhousecoopers«, die eine solche Entkoppelung für nötig, also möglich hält. »Statt zu langsam in die richtige, bewegen wir uns derzeit in die falsche Richtung«, so das Fazit der Studie. Auch 2010 wuchsen die Kohlendioxid-Emissionen laut »Pricewaterhousecoopers«, diesmal jedoch sogar »schneller als die Wirtschaft«. Global korrespondierten 5,1 Prozent Wirtschaftswachstum demgemäß mit einem 5,8-prozentigem Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen. Besonders krass ist das Verhältnis in den USA (2,9 zu 4,1 Prozent), in Deutschland wuchsen Wirtschaft und Klimaschaden in etwa gleich, das selbe gilt für das Boomland China (das in den 1990er-Jahren massive Fortschritte erzielte, jedoch heute stark auf Kohlekraft setzt). Australien hingegen agierte entgegen dem Trend: Drei Prozent Wirtschaftswachstum gingen hier einher mit einer knapp neunprozentigen Senkung der Kohlendioxid-Emissionen.

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