Es dürfte die bisher größte Demonstration dieses Winters gegen den Fluglärm und den Ausbau des Frankfurter Flughafens gewesen sei. Die Veranstalter, lokale und regionale Bürgerinitiativen aus der gesamten Rhein-Main-Region, sprachen von 20 000 Teilnehmern, die am Sonnabend im größten Flughafen Mitteleuropas zusammen kamen und sich mit Trillerpfeifen und Transparenten für eine spürbare Minderung des Fluglärms und ein striktes Nachtflugverbot stark machten. Die Teilnehmerzahl übertraf bei weitem den Zustrom für die Montagsdemonstrationen in Terminal 1, die jedoch seit November ebenfalls von Woche zu Woche größer werden. Auch am heutigen Abend soll demonstriert werden.
Redner aus nah und fern unterstrichen am Sonnabend den Zusammenhalt und die Solidarität der vereinigten Initiativen. Ein starkes Echo fanden dabei Gastredner der Bewegung gegen Stuttgart 21 und der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm durch den neuen Berliner Flughafen. Symbolisch tauschten Vertreter der Bürgerinitiativen aus dem Rhein-Main-Gebiet und aus Berlin-Brandenburg als Zeichen des gemeinsamen Kampfes Banner aus. »Gesundheit ist ein Gut, das wir nur verlieren können«, rief Klaus Niemann aus, der zusammen mit anderen Aktivisten aus Berlin und Brandenburg an den Main gekommen war. Die Geschlossenheit und bundesweite Vernetzung der Initiativen gegen Fluglärm werde »das Problem endlich nationalisieren« und zeigen, dass Fluglärm ein flächendeckendes Problem sei. Niemann forderte für alle Flughäfen in Stadt- oder stadtnahen Lagen ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.
»Wir lassen uns unsere Heimat nicht von den Profitinteressen der Luftfahrtindustrie zerstören«, zeigte sich auch der Landrat des angrenzenden Landkreises Groß-Gerau, Thomas Will (SPD), entschlossen. Er dankte den regionalen Initiativen dafür, dass sie sich »nicht auseinander dividieren lassen und nicht nach dem Sankt-Florian-Prinzip handeln«. Es sei ein »Skandal ohnegleichen«, dass die hessische CDU-FDP-Landesregierung heute kleinlaut zugeben müsse, dass der Fluglärm nach der Inbetriebnahme der neuen Nordwest-Bahn im Herbst schlimmer sei als zuvor angenommen. »Hätten sie aufgepasst, dann hätte die neue Bahn niemals geplant, geschweige denn gebaut werden dürfen«, so Will an die Adresse der Landesregierung unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).
Durch die erstarkende Protestbewegung ist der Fluglärm nun auch zu einem zentralen Thema im Wahlkampf um den Frankfurter Oberbürgermeisterposten geworden. Der Urnengang findet am 11. März statt. So mischten sich am Sonnabend auch die OB-Kandidaten Peter Feldmann (SPD), Rosemarie Heilig (Grüne) und Janine Wissler (LINKE) unter die Demonstranten.
Während SPD und Grüne auf Landesebene die Inbetriebnahme der Nordwest-Bahn für unumkehrbar halten, fordern sowohl die Frankfurter LINKE als auch die Landespartei die Stilllegung der Landebahn. Dieser Forderung haben sich inzwischen auch die grüne OB-Kandidatin Rosemarie Heilig und mehrere Frankfurter SPD-Ortsvereine angeschlossen.
In dem von der Nordwest-Bahn besonders betroffenen Mainstädtchen Flörsheim hatte die Stadtverordnetenversammlung dieser Tage beschlossen, ihre nächste öffentliche Sitzung demonstrativ mitten im Terminal 1 des Rhein-Main-Flughafens abzuhalten. Ein Antrag der Linksfraktion im Frankfurter Stadtparlament, diesem Beispiel zu folgen, wurde allerdings mit den Stimmen der örtlichen Koalition aus CDU und Grünen abgeschmettert.
Für Nachtflugverbot
Hunderte Fluglärmgegner aus Berlin und dem Umland haben am Samstag in der Abflughalle des alten Flughafens Berlin-Schönefeld protestiert. Sie fordern unter anderem ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Der neue Berliner Flughafen soll am 3. Juni in Betrieb gehen.
Seit Monaten hieß es am neuen Berliner Flughafen intern: Es gibt Probleme, aber wir schaffen das. Nach der Verschiebung steht der Flughafen-Start jetzt in den Sternen. Rund um den neuen Flughafen Berlin Brandenburg häufen sich die Probleme - die wieder einmal geplatzte Eröffnung ist nicht das einzige.
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Weil die Kommunen unfähig sind! Das Beispiel Mahlow direkt in der Einflugschneise zum BER gelegen. Seit 1936 existiert in oder bei Schönefeld ein Flugplatz, seit 1955 in etwa der DDR Flugplatz und Flughafen Schönefeld und an dieser Konstellation hat sich bis Heute nichts geändert. Im Gegenteil, die Planungen zu einem Single-Airport laufen schon seit etwa 15 Jahren. Und hier hätte mit klugen Beamten in den Gemeinden, ein generelles Bauverbot durchgesetzt werden müssen. Doch was ist in den Gemeinden um Schönefeld passiert? Billiges Land, Immobilienmakler, Geiz ist Geil und und! Die Leute die dort wohnen und "heulen" dürften von rechts wegen nicht dort wohnen. Und wenn sie es tun, dann "Fresse halten oder Abhauen und wo anders Stunk machen". Ich, bin der Ansicht und wenn ich ein Interesse hätte, würde diese Personen wegen Wirtschaftssabotage anklagen und von diesen die Schadenssumme ersetzen lassen. Es kann doch nicht sein, dass sich in Deutschland jede ungebildetet Pfeife mit einer Pfeife artikulieren kann, zum Schaden der Allgemeinheit. Hier meine ich auch Stuttgart 21, Gorleben, Atomenergie, CCS Verklappung und weitere Protestaktionen, die auf wirtschaftlichen Schaden reflektieren.
(...) Das man widerspruchslos die Weltbevölkerung auf 7 Mrd ansteigen läßt zeugt schon von Blödheit, denn von dieser Seite droht der Menschen Ungemach, nicht von der Atomkraft, zum Beispiel.
Didi
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