|
Foto: Ulli Winkler
|
Berlin befindet sich im Wandel. Die damit einhergehenden Veränderungen sehen die einen als unvermeidliche und positive Stadtentwicklung. Andere verstehen diesen Prozess als Bedrohung. Investoren, die vom Berliner Charme profitieren möchten, werten ganze Viertel auf: Die Mieten steigen, Clubs werden rausgeklagt und am Ende steht eine ausgetauschte Mieterschaft.
Mehrich finde es prima, dass Du so engagiert über die Liebigstr. 14 schreibst und auch auf meinen Blogbeitrag zum Thema eingehst (gentrificationblog.wordpress.com/2012/02/02/berlin-liebig-14-schokoladen-und-die-neuordnung-der-innenstadt/).
Noch schöner fände ich, wenn Du Dir beim Zitieren ein wenig mehr Mühe geben würdest. Die völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate zu "vermögenden Hausbesitzern" und "Schleimspuren der Aufwertung" lesen sich in deinem Artikel wie ein extrem unsachliche Pöbelei auf Stammtischniveau.
Die "Schleimspur der Aufwertung" taucht in meinem Artikel in einem völlig anderen Zusammenhang auf, nämlich im Kontext mit den Wanderungsbewegungen der subkulturellen Zwischennutzungen - von Eigentümern ist an dieser Stelle gar keine Rede. Statt der klischeebeladenen "vermögenden Hausbesitzern" wird im Text relativ sachlich von "Eigentümern und Investoren" gesprochen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glauben, dass hier jemand versucht, kritische Positionen zur Räumung der Liebigstraße zu verunglimpfen.
Beim nächsten Beitrag vielleicht einfach mal anrufen und ein Statement autorisieren lassen oder direkt aus dem Blog zitieren. Das hätte im konkreten Fall etwa so geklungen:
"Die hier zur Rede stehenden Räumungen sind Teil einer umfassenden Neujustierung des Berliner Stadtentwicklungsmodells. Nach 20 imageprägenden Jahren Spielwiese für Subkultur, bunte Fassaden und Experimentierräume für unkonventionelle Lebensmodelle reklamieren die Eigentümer, Investoren und beruflich Erfolgreichen die Innenstadt für sich zurück."
Mit besten Grüßen,
Andrej Holm
wenn Du Dich nicht ganz richtig wiedergegeben fühlst, tut es mir leid. Ich finde Deinen von mir zitierten Blogbeitrag gut und kann jedem empfehlen, ihn zu lesen. Mit Stammtisch hat das sicher nichts zu tun.
Die "Schleimspuren der Aufwertung" fand ich ein passendes Bild, weil es eben diesen schleichenden und ekligen Prozess der Gentrifizierung der sich durch die Kieze zieht meiner Meinung nach gut beschreibt. Vielleicht fand ich ihn so gut, dass ich ihn in eine bestimmte Richtung interpretiert habe.
Trotzdem habe ich auch in Deinem Blogbeitrag als Verursacher der Schleimspur in der Tat nicht die ZwischennutzerInnen gesehen, sondern eher die "Beukers, Immowerts, Friedrichs und all die anderen Investoren" die ja später in dem Absatz doch noch auftauchen.
Im Übrigen: Da die kurze Wiedergabe eines längeren Textes in einem Zeitungsartikel meist nicht das Lesen des Ursprungs-Textes ersetzen kann, verweise ich gerne - für alle die sich weitergehend mit Gentrifizierung beschäftigen möchten - auf die Beiträge auf Deinem Blog.
Viele Grüße,
tim zülch
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
Als »Rest-Körper« seines Euro »Der Anfang bricht das Schweigen, das Ende das Genick« im Ballhaus Ost
Ödnis auf der ganzen Linie Enquete-Gutachten: Im Agrarbereich setzten sich Monokulturen durch
Preis: 120,00 €
Preis: 14,95 €
Werbung:
Werbung: