07.02.2012

Beutekunst im Bode-Museum

(epd). Über 65 Jahre nach Kriegsende hat das Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel zwei Kisten mit sowjetischer Beutekunst zurückerhalten. Die 44 Objekte sowie drei weitere bislang noch nicht identifizierte Stücke stammen vorwiegend aus dem byzantinischen Ägypten des 4. bis 7. Jahrhunderts, erklärte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei der Vorstellung der Exponate am Montag in Berlin.

Im Rahmen der großen Rückführungsaktion von 1958 kamen sie zu DDR-Zeiten irrtümlich in das Ägyptische Museum in Leipzig. Erst vor einem Jahr konnten sie durch die Recherchen zweier Studentinnen wieder dem Berliner Museum zugeordnet werden.

Bei den Exponaten, die bis 25. März in drei Vitrinen des Bode-Museums zu besichtigten sind, handelt es sich vorwiegend um Alltagsgegenstände wie Tongefäße, Öllampen oder kleine Figuren. Sie dürften kurz vor Kriegsende zumeist in den Flakbunker Friedrichshain ausgelagert worden sein.

Der Fund beweise, »wie gewinnbringend die Erforschung der Sammlungsgeschichte und Provenienzrecherchen sein können«, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Die Rückkehr sei »ein großes Glück«, zumal auf dem Markt archäologische Fundstücke angesichts der häufigen Illegalität solcher Waren kaum noch zu erwerben seien. Dietrich Raue vom Ägyptischen Museum Leipzig sagte: »Die Objekte haben uns nie gehört. Insofern haben wir nichts verloren.«