Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Suchen auf neues-deutschland.de:

Erweiterte Suche

Von Angela Stoll 07.02.2012 / Gesund leben

Termin in drei Monaten

Wer kann helfen, wenn Patienten keinen Termin beim Arzt bekommen?

Was tun, wenn man lange auf einen Behandlungstermin beim Arzt warten soll? Die Krankenkassen können dem Patienten helfen.

»Tut mir leid! Ich kann Ihnen erst einen Termin in drei Monaten anbieten.« Die Mitarbeiterin der Hautarztpraxis klingt am Telefon freundlich, aber bestimmt. Nein, versichert sie, damit, dass die Anruferin gesetzlich versichert sei, habe das nichts zu tun - die Praxis sei einfach überlaufen. Die Patientin lässt sich nicht abwimmeln: Bekommt sie schneller einen Termin, wenn ihre Beschwerden schlimmer werden? »Das kann ich Ihnen leider nicht versprechen«, lautet die Antwort.

Ist es in Ordnung, wenn ein Patient monatelang auf einen Arzttermin warten muss? »Nein«, antwortet Axel Wunsch von der Barmer GEK. Ein Kassenarzt sei grundsätzlich verpflichtet, gesetzlich versicherte Patienten zu behandeln - und zwar »in einer angemessenen Zeit«, betont er. Aber wie viel Zeit ist angemessen? Das lässt sich nicht genau sagen. Wunsch erklärt: »Ein Termin muss durch die Praxis so vergeben werden, dass es medizinisch vertretbar ist.« Der Patient solle bei der Terminvereinbarung seine Beschwerden so genau wie möglich benennen. Bestimmte Fristen für Termine gibt es aber nicht.

Anders als bei planbaren Behandlungen ist die Lage bei Notfällen klar: Patienten mit bedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen muss jeder Arzt sofort versorgen. »Dazu sind die Vertragsärzte gesetzlich verpflichtet«, sagt Kirsten Warweg von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Wie ernst der Fall ist, können Patienten und Praxismitarbeiter aber manchmal nur schwer einschätzen. Daher rät Warweg: »Patienten, die sich selbst als Notfall empfinden, sollten dies dem Praxispersonal eindringlich klar machen, um zum Arzt vorgelassen zu werden.« Er könne dann beurteilen, ob es sich wirklich um einen Notfall handle, der sofort behandelt werden müsse.

In Fällen, die weniger dringend sind, müssen Patienten es aber auch nicht hinnehmen, monatelang zu warten. Die einfachste Lösung ist, sein Glück in einer anderen Praxis zu versuchen. Hat der Patient bereits eine Überweisung vom Hausarzt, kann er ihn um Hilfe bitten. Außerdem bieten einige Krankenkassen ihren Versicherten einen Vermittlungsservice für Arzttermine an. Meist gelingt es der Kasse, beim gewünschten Arzt zeitnah einen Termin zu bekommen. Vor allem bei Fachärzten müssen Patienten sich oft gedulden. So warteten nach der Versichertenbefragung 2011 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) rund 40 Prozent der Befragten bis zu drei Wochen und länger auf einen Termin beim Spezialisten. »Je spezieller das Fachgebiet, desto schwieriger wird es in der Regel, einen Termin zu bekommen«, sagt Kai Vogel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So sei z.B die Zahl der Rheumatologen begrenzt.

Die Kassenärztliche Vereinigung sieht in den Wartezeiten kein Problem. Sie seien »gar nicht so lang, wie oft behauptet wird«, heißt es etwa bei der KV Bayerns. Bei der KBV-Versichertenbefragung gaben nur zehn Prozent der Patienten an, dass sie länger als drei Wochen bis zum Termin ausharren mussten. Beim Hausarzt hat man demnach oft gar keine Wartefrist. Allerdings kommen Privatpatienten häufig schneller dran: Beim Facharzt warteten 24 Prozent der gesetzlich Versicherten länger als drei Wochen auf einen Termin, aber nur fünf Prozent der Privatversicherten.

Werden Patienten bereits vor der Terminvergabe nach ihrer Kasse gefragt, sollten sie hellhörig werden, heißt es im Ratgeber »Ihr gutes Recht als Patient« der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bei einem begründeten Verdacht der Benachteiligung von gesetzlich versicherten Patienten sollten sie Kontakt mit ihrer Krankenkasse aufnehmen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar schreiben (Login erforderlich)
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Frisch gebloggt
26.05.2012 | Marcus Meier

Sind Frauen die besseren Politiker?

Alle Blogs

Facebook
Twitter
16. - 17. Juni 2012

nd-Pressefest / Fest der Linken

Wir laden ein zu Musik, regen Markttreiben, zu Polittalks, Lesungen, Diskussionen...
nd-Sonderbeilagen

Beilagenplan 2012

Die Sonder- veröffentlichungen in der Übersicht
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.