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Früher war alles besser.
Foto: fotolia.com/Doris Heinrichs
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Sie fühlen sich als Opfer des Feminismus und beklagen, dass vor allem Männer heute benachteiligt seien, dass eigentlich sie es sind, die Gleichstellung bräuchten - die antifeministische Männerrechtsbewegung ist klein, aber lautstark und sie ist eine Gefahr für eine gleichberechtigte und demokratische Gesellschaft. Zu diesem Schluss kommt Hinrich Rosenbrock in einer Studie, die er im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung verfasst hat.
Der Sozialwissenschaftler hat Veröffentlichungen, Veranstaltungen und Interneteinträge von Gruppen und Einzelpersonen der Männerrechtsbewegung analysiert. In seiner Untersuchung stellt Rosenbrock die inhaltlichen Positionen, Schlüsselfiguren und wichtigsten Gruppen der antifeministischen Bewegung vor, darunter die Vereine agens, MANNdat und die Webseite »Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land?«. Als entscheidende Merkmale der Bewegung nennt er deren Gleichsetzung von Feminismus mit Männerhass sowie eine männliche Opferideologie, die sich aus der Behauptung einer Frauenherrschaft, der »Femokratie«, speise. Das Internet erleichtert der antifeministischen Männerrechtsbewegung die Vernetzung erheblich. Ihr Einfluss bzw. die Verbreitung ihrer Ansichten ist nicht zu unterschätzen. Die Männer-AG der Piratenpartei ist offen für antifeministische Positionen und auch die unablässige Feminismuskritik der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist durchzogen davon.
Die Vorstellung, Männer seien Opfer des Feminismus, ist der Studie zufolge eine grundlegende Neuerung des Antifeminismus, der bisher von einer Überlegenheit des männlichen Geschlechts ausgegangen war. Antifeministen treten demnach für Männerrechte nicht im Sinne der Gleichberechtigung der Geschlechter ein, sondern heben männliche Benachteiligung besonders hervor und konstruieren sie teilweise, während sie die Benachteiligung von Frauen völlig ignorieren. Sie vertreten biologistische Geschlechtertheorien mit konservativen bis reaktionären Begründungen. Den Ansatz, Geschlechter als konstruiert anzusehen, interpretierten sie als Zwang, sich gegen vermeintlich naturgegebene Geschlechterrollen zu verhalten. Demzufolge lehnen sie auch Gendermainstreaming, institutionalisierte Gleichstellungspolitik, ab und stellen sie »als Machtinstrument der EU« dar, heißt es in Rosenbrocks Untersuchung. Dabei griffen sie immer wieder auf nationalistische Argumente zurück. »Es geht den Akteuren - und das sind nicht nur Männer - um die Stärkung oder zumindest den Erhalt männlicher Vorrechte und das Zurückdrängen feministischer Argumentationen bzw. Institutionen«, erklärt Rosenbrock das Ziel der Bewegung.
Beim Kampf gegen Gendermainstreaming hat der Wissenschaftler Überschneidungen zwischen antifeministischen Männerrechtlern und rechtsextremen Gruppen ausgemacht. Auch rassistische und homophobe Stereotype seien Identifikationsmerkmale beider Szenen, die personell vernetzt seien: So schrieben Schlüsselpersonen der Antifeministen für rechtsextreme Blogs und Zeitungen, die Szenen verlinkten sich gegenseitig im Internet und träten wechselseitig bei Veranstaltungen auf.
Eine weitere wichtige Gemeinsamkeit sieht Rosenbrock in ihrem Einfluss auf öffentliche Diskussionen: So beobachtete der Forscher, dass antifeministische Männerrechtler es sich angewöhnt haben, in Internetforen und Blogs mit »hate speech« dominant aufzutreten, die auch Rechtsextreme anwendeten. Mit Beleidigungen, Drohungen und Gewaltfantasien schüchterten sie ihre Gegner ein und sorgten durch die Polarisierung der Diskussion für Gemeinschaftsbildung unter ihren Befürwortern. Rosenbrock hält diese Form der Einflussnahme für eine ernstzunehmende Gefahr, weil »mit der Form der hasserfüllten Sprache, die in Vernichtungsfantasien gipfelt, versucht wird, die Meinungsbildung zu manipulieren«.
Die Expertise stellt heraus, dass diese Bilder von Männlichkeit von den meisten Männern nicht geteilt werden. Trotz ihrer geringen Mitgliederzahl beansprucht die Bewegung aber den Alleinvertretungsanspruch für alle Männer - wohl gemerkt mit Ausnahme von männlichen Feministen. Diese sähen sie nur als unterwürfige, unselbstständige »lila Pudel« an. Die Richtigkeit dieser Aussage belegen Männerrechtler stehenden Fußes selbst: Die Vertreter der Studie werden in einem Männerrechte-Forum als »lila Pudel mit zu kleinen Penissen und Orgasmusschwierigkeiten« beschimpft.
Die Studie ist als pdf auf www.boell.de zugänglich.
Die von Ihnen so positiv dargestellte "Expertise" von Herrn Rosenbrock ist vielmehr Hetzschrift als eine sachliche Auseinandersetzung mit politischen Standpunkten.
Die Artikelüberschrift "Widerstand der Macker" zeigt, dass sie weder Willens noch fähig sind, einen politischen Diskurs mitzutragen, der die andere Meinung als grundsätzlich legitim versteht und ihr argumentativ begegnet. Ich verzichte daher auf argumentative Einwände, da ihr Artikel ausser hetzerischen und diffamierenden Unterstellungen nichts Substantielles vorzuweisen hat.
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Die Hetze hat in Deutschland eine unselige Tradition, der Totalitarismus, der keine abweichende Meinungen verträgt, ebenso. Diese Geisteshaltung ist zunächst an keine konkreten politischen Überzeugungen gebunden und artikulierte sich auf der extremen Linken wie auch auf der extremen Rechten.
Als Schweizer, aus der Distanz betrachtet, sind sie, meine Damen und Herren vom "Neuen Deutschland", Verteter einer totalitären Geisteshaltung, die keine abweichende Meinungen duldet und diese auszumerzen trachtet. Wo das nicht möglich ist, bleibt nur noch das Mittel der Hetze und Diffamierung. Dies ist nicht das "neue Deutschland", das ich aus eigener Anschauung kenne, ein Deutschland, das sich der Pluralität und dem demokratischen Wettbewerb der Ideen verpflichet fühlt, ein Deutschland, in dem der politische Gegner nicht entmenschlicht, sondern respektiert wird.
Schämen sie sich, meine Damen und Herren vom "Alten Deutschland"!
Da kann ich ihnen aber nicht zustimmen, peterabc. Ohne direkt in Lobhudelei zu verfallen, aber ich habe bisher noch keine Plattform wie diese hier erlebt, auf der konträre Meinungen so vergleichsweise kultiviert diskutiert oder zumindest _zur Kenntnis_ genommen werden. Machen sie sich doch mal den "Spaß" und lesen sie Leserkommentare auf den Homepages anderer deutschsprachiger Blätter, ohne hier einzelne Namen zu nennen, da zerfetzen sich die Kommentatoren buchstäblich gegenseitig in der Luft. Mit gelegentlichem Widerspruch und gegensätzlichen Meinungen müssen wir schließlich alle leben, ohne dass uns sofort der Himmel auf den Kopf fällt, gell? Auch die Tatsache, dass ihr Kommentar (hoffentlich) ungefiltert und ungekürzt übernommen wurde, macht auf mich einen ganz anderen Eindruck, als der, den sie scheinbar hervorzurufen versuchen.
Meine Kritik gilt nicht den Leserkommentaren. An einen Artikel stelle ich andere Ansprüche als an Leserkommentare, die durchaus polemisch sein dürfen. Eine vulgäre Hetze gegen eine Bürgerrechtsbewegung, wie sie Herr Rosenbrock betreibt, ist aber einfach nur widerlich.
Die hier so unkritisch kommentierte "Expertise" von Herrn Rosenbrock ist eine üble Hetzschrift, die eine Bürgerrechtsbewegung auf schändliche Art und Weise diffamiert. Der Grund, warum die Hetzschrift von Rosenbrock hier so unkritisch übernommen wird ist offensichtlich: er bedient die gängigen Vorurteile jener, die jede Kritik an ihren Anschauungen in die rechtsradikale Ecke abschieben wollen, um sich der sachlichen Auseinandersetzung zu entziehen. So operiert das Etablishement, das seine diskursive Hegemonialmacht gefährdet sieht. Billig!
Es geht nicht an, dass Leute als Nazis dargestellt werden, die sich für gemeinsames Sorgerecht als Regelfall und Reformen des Ehe- und Scheidungsrechts anmahnen, um veränderten sozialen Realitäten Rechnung zu tragen. Diese Kernthemen der Männerrechtsbewegung stehen übrigens in keiner Weise in Widerspruch zu einer gleichberechtigten Partnerschaft, ganz im Gegenteil.
Wer allerdings nur seine Vorurteile bestätigt haben will, der wird in der heterogenen Männerbewegung auch einige finden, die seinem Zerrbild entsprechen und rechtsradikal genannt werden dürfen, und er wird in der Fülle an Material, welches das Internet bereithält, auch Belege finden.
Zu Herrn Rosenbrocks Hetzschrift: er beruft sich fast ausschliesslich auf anonym getätigte Meinungsäusserungen in Foren des Internets, sucht sich die abscheulichsten raus und behauptet, diese seien repräsentativ für die Männerrechtsbewegung.
Es wäre grundsätzlich Sache der Journalisten, einen kritischen Standpunkt auch dann einzunehmen, wenn die eigenen Feindbilder so schön und simpel bedient werden.
Positiv anzumerken bleibt einzig, dass mein Beitrag vollumfänglich freigeschaltet wurde.
DIEDAGANZOBEN (damit meine ich nicht die Leute auf der Dufourspitze im Monte Rosa), sondern, Sie wissen schon, haben uns nun mal eingehämmert, daß das Patriarchat die Wurzel allen Übels ist und Alice Schwarzer der alles rettende Engel. Und nun kommen irgendwelche Männerbünde und wollen nicht mit der Alice.... Diesen Widerstand der Männermacker müssen wir brechen, mit allen Mitteln, auch im nd - sonst erreichen wir es nie, das Neue Deutschland alias Orplid, das ferne leuchtet.
Da haben sie ja doch noch geschickt die Kurve gemeistert, alle Achtung.
Was ich mit meiner Bemerkung zum Ausdruck bringen wollte, war, dass Rosenbrocks Meinung auch nur eine unter Vielen zu dieser Thematik ist und, meiner Ansicht nach, auch keine besonders relevante. Viel interessanter wäre aus meiner Sicht die Klärung der Frage, warum er sich auf fast schon peinlich zu nennende Weise und so ungebremst bei der feministischen Fraktion anbiedert. Aber was solls, man sollte diesem Pamphlet nicht unbedingt größere Bedeutung beimessen als ihm zukommt.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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