So kurzfristig wie der gestrige war bisher keiner der über zwei Dutzend Generalstreiks gegen die über Griechenland verhängte Austeritätspolitik angesetzt worden. Unmittelbar nachdem sich abzeichnete, dass die Gläubigertroika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank nicht gewillt ist, den Beschluss der Tarifpartner aus Gewerkschaften und Unternehmerverbänden zur Beibehaltung des Mindestlohns sowie des 13. und 14. Monatsgehalts zu akzeptieren, hatten die beiden Dachverbände am Montag einen allgemeinen Ausstand für den folgenden Tag ausgerufen.
Zwar standen am Dienstag nicht »alle Räder still«, in Behörden, Schulen, Banken und Krankenhäusern gab es jedoch erhebliche Behinderungen.Viele Schiffe und Züge fielen aus, und der öffentliche Nahverkehr der Hauptstadt arbeitete nur, um die Tausenden Teilnehmer der Streikkundgebungen ins Athener Zentrum zu transportieren.
Darunter waren auch die Mitarbeiter der im Konkursverfahren steckenden Discountkaufhäuser von Alex Pak. Ihnen schuldet das Unternehmen die letzten zwei Monatslöhne, je 270 Euro netto bei zwei Arbeitstagen pro Woche. »Wir sitzen in der Falle«, erzählt Maria. »270 Euro sind weniger als das Arbeitslosengeld, aber wenn wir jetzt kündigen, verlieren wir jeden Anspruch auf Abfindung.«
Alex Pak ist kein Einzelfall. Obwohl unzählige Unternehmen bereits drastische Lohnkürzungen vorgenommen haben, sind im vergangenen Jahr Zehntausende meist kleiner und mittlerer Betriebe in Konkurs gegangen. Sollte die Inlandskaufkraft durch Lohnkürzungen weiter gesenkt werden, würde dies das Aus für Hunderttausende Firmen bedeuten, befürchteten selbst die griechischen Unternehmerverbände. Ganz zu schweigen von den »Nebenwirkungen« der von der Gläubigertroika unbeirrt verfochtenen 20-prozentigen Kürzung des kargen Mindestlohns von 751 Euro. Denn damit würde auch das in Griechenland an den Mindestlohn gekoppelte feste Arbeitslosengeld von knapp 470 auf etwa 370 Euro sinken.
Niemand zweifele mehr daran, dass die Maßnahmen der letzten zwei Jahre nicht mit dem Ziel der Rettung des Landes und der Wirtschaft verhängt wurden, erklärte Alexis Tsipra, der Vorsitzende der Parlamentsfraktion der griechischen Linksallianz SYRIZA, auf der Streikkundgebung der Dachverbände in Athen. Es handele sich vielmehr »um einen Plan zur Verarmung der Griechen und zum Ausverkauf des öffentlichen Eigentums gegen ein Linsengericht«. Der gestrige Generalstreik dürfte nur der Auftakt einer neuen Streikwelle gewesen sein. GSEE und ADEDY haben bereits angekündigt, am Donnerstag eine »Zuspitzung der Kämpfe« zu beraten.
Lasst Griechenland endlich Pleite gehen, das Land ist nicht reformierbar.
Bislang gewann bei Wahlen stets die Partei, die auf Pump die größten Wohltaten versprach. Selbst angesichts der daraus logisch drohenden Staatspleite hat keine Partei ein Konzept ausgearbeitet, diese durch nachhaltige Strukturreformen abzuwenden. Und heute gewinnen jene Parteien in der Wählergunst, die am lautesten die Troika-Bedingungen ablehnen.
So kann kein Staat funktionieren. Die Griechen müssen für ihr Land endlich selbst die Verantwortung übernehmen. Korruption, Klientelwirtschaft, Steuerhinterziehung etc. werden erst dann ernsthaft eingedämmt werden, wenn die Griechen es selbst wollen - oder genauer: müssen.
Der harte Schnitt einer Staatspleite kann für den notwendigen Prozess der Verantwortungsübernahme ein guter Anfang sein.
Ich glaube bis 1976, funktionierte Griechenland wie ein Uhrwerk, man arbeitete fleißig, man exportierte fleißig und ich glaube mich erinnern zu können, das Griechenland eine führende Schiffbaunation war. War, muss unterstrichen werden. Und nun? Griechenland wurde damals diktatorisch regiert und dann kam die Demokratie, die die Griechen mit Wohltaten überhäufte und in Windeseile verlor Griechenland alle seine wirtschaftlichen Vorzüge. Nun musste Deutschland die Arbeit der Griechen übernehmen, damit die Griechen besser leben konnten, als es zu der Zeit der Obristen war. Einer meiner Bekannten war 1995 für ein halbes Jahr in Griechenland und schilderte seine Beobachtungen ganz einfach so! Schmutz auf den Straße in Athen, faule Arbeiter in der Öffentlichkeit, rumsitzende Leute beim Ouzu und Kaffee. Und alle waren Glücklich. Und heute? Da werden die Pfründe wegorganisiert und das faule Lotterleben soll neu in Fleiß organisiert werden? Das geht doch gleich garnicht.
Wie schon viel gelesen wurde und da unterstütze ich die Kritiker Griechenlands: "das Land ist nicht reformierbar, außer durch eine harte Diktatur und es sollten die EU Außengrenzen vor der Landesgrenze Griechenland enden. Ein Ausschluß aus der EU wäre die einzigste Konsequenz."
Es ist ja auch ein wahnwitziges Unterfangen, die EU innerhalb der letzte 10 Jahre so zu vergrößern, Griechenland war schon eher dabei, dass diese nicht mehr beherrschbar ist. Was sollen solche Länder wie Rumänien, Bulgarien oder der Balkan und die Baltischen in der EU, das sind doch alles nur Staaten die schon jetzt am Tropf hängen.
... wird das ND nun etwa auch eine Plattform für dumpfe Rechtsaußen-Polemik :-(((((
... um es mit Konstantin Wecker zu sagen: "In Griechenland kocht die Wut! Und in mir, ehrlich gesagt, auch. Man muss doch endlich einmal aufhören, die Bevölkerung Griechenlands auszuplündern!" ( www.carookee.net/forum/freies-politikforum/19/28727885#28727885 )
... und weiter mit Wecker: "Wem helfen denn die Milliardenhilfen von IWF, EZB und EU? Ganz sicher nicht den hungernden und frierenden Griechen, den Armen und Ärmsten, sondern wohl in erster Linie den Banken. Wer eine Regierung zum Ausverkauf des Staatseigentums nötigt, ist kein Demokrat!!"
... und mir reicht's schon lange mit der dumpfen doitschnationalen Rechtsaußen-Polemik gewisser Propagandisten, sei es zu Griechenland, Syrien, Iran, Libanon und und und :-(((((
... um es mit Konstantin Wecker zu sagen: "In Griechenland kocht die Wut! Und in mir, ehrlich gesagt, auch. Man muss doch endlich einmal aufhören, die Bevölkerung Griechenlands auszuplündern!" ( www.carookee.net/forum/freies-politikforum/19/28727885#28727885 )
... und weiter mit Wecker: "Wem helfen denn die Milliardenhilfen von IWF, EZB und EU? Ganz sicher nicht den hungernden und frierenden Griechen, den Armen und Ärmsten, sondern wohl in erster Linie den Banken. Wer eine Regierung zum Ausverkauf des Staatseigentums nötigt, ist kein Demokrat!!"
Niemand zweifele mehr daran, dass die Maßnahmen der letzten zwei Jahre NICHT mit dem Ziel der Rettung des Landes und der Wirtschaft verhängt wurden, erklärte Alexis Tsipra, der Vorsitzende der Parlamentsfraktion der griechischen Linksallianz SYRIZA, auf der Streikkundgebung der Dachverbände in Athen. Es handele sich vielmehr »um einen Plan zur Verarmung der Griechen und zum Ausverkauf des öffentlichen Eigentums gegen ein Linsengericht«.
Alexis Tsipra hat gesagt, daß die Maßnahmen der letzten zwei Jahre NICHT der Rettung des Landes und der griechischen Wirtschaft gedient haben,
Bis heute dient alles, was sie mit und um Griechenland veranstalten ausschließlich der Rettung der Hausbanken von Merkozy & Co.
Griechenland und die Griechen sind ihnen scheißegal
@Altbrandenburger führt nur vor, was auch uns hier blüht im Falle eines Falles: Falls DIEDAOBEN auch Deutschland in die Kacke reiten, werden sie gleichzeitig, dafür sorgen, daß der Michl den Ruf nach einem Führer anstimmt. Und er wird, zur Verwunderung aller aufrichtigen LINKEN und Anarchisten nicht braun, sondern grün sein.
Ich weiß zwar nicht, aus welchem Loch Du pfeifst, aber ein Staatsbankrott ist tatsächlich der Ausweg, der den kleinen Mann am wenigsten trifft. Denn der hat nichts auf der hohen Kannte. Er hat aber einen Haken: Die wenigen superreichen Griechen mit ihren 100 Milliarden € auf Schweizer Banken grinsen sich eins, wenn eine abgewertete Drachme in Athen einzieht.
ohne die milliardenhilfen von iwf, ezb und eu könnten in griechenland schon seit eineinhalb jahren überhaupt keine renten und gehälter mehr in euro ausgezahlt werden.
und wie viele der staatsbetriebe arbeiten rentabel? welche konzepte für strukturreformen bieten griechische politiker aller coleur an, damit das land seine rechnungen künftig selbst bezahlen kann?
da kommt ja leider gar nichts. diese verweigerung von verantwortungsübernahme ist der eigentliche bankrott der demokratie in griechenland.
Sehr anarchistisch meine Idee, aber wirksam.
Ich meine so jeder Steuersünder ist in Griechenland den verantwortlichen Ämtern bekannt, wenn nicht, hat der bezogene Beamte plötzlich Reichtum. Also den Bekanntheitsgrad nutzen und die Konten in der Schweiz und anderswo einfrieren und zu guterletzt die Steuerschuld der Bonzen und Pfründer, einziehen. Mit der Schweiz läßt sich darüber trefflich verhandeln, denn welcher Staat will einen gewissen Grad an Schuld mittragen. Wenn dies so wäre, dann kann der Euro-Schulden-Fonds eingefroren werden und Griechenland wäre liquid. Aber was nutzt es, die Griechen müssen wieder Arbeiten und nicht jammern, weil es einigen Armen, die frieren und hungern, so dreckig geht. Die Griechen hatten eine gute Wirtschaft und daraus läßt sich was machen. Ich für meinen Teil stehe immer noch auf dem Standpunkt, das eine Demokratie auch einen gewissen Umfang an Diktatur benötigt.
Gruß
Wir haben schon eine Diktatur, zu gut Deutsch Finanzoligarchie und sie wird mühevoll kaschiert durch die so genannte Bürgerliche Demokratie. Und nun glaubst Du, oh Unbedarfter, eine weitere Dikatur (wer? wie? welche?) könnte Abhilfe schaffen. Oh, oh
Lieber Rotspoon, ich glaube nicht, dass ein politisch gebildeter Leser, ein Problem mit der Diktatur und deren Definition hat. Wir hier in der Bundesrepublik sind da mehr einem Faschismus ausgesetzt, dem Kapitalfaschismus und darüber rede ich schon seit 1987. Und nbedarftheit kann man sich schenken, es sei denn man ist überaus klug und unfehlbar.
Also, Kommentare sind in Ordnung nur Überheblichkeit ist fehl am Platze.
Gruß
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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