In der Wählergunst ist die brandenburgische LINKE auf 21 Prozent abgerutscht. Bei der Landtagswahl im September 2009 hatte sie noch 27,2 Prozent erhalten. Aber möglicherweise sind die Verluste gar nicht so sehr darauf zurückzuführen, dass die Partei nun mitregiert und wie sie sich in der rot-roten Koalition präsentiert. Vielmehr könnte das mangelhafte Erscheinungsbild, das die Bundespartei derzeit abgibt, dafür verantwortlich sein. Dies zumindest legen die Ergebnisse einer jetzt vorgelegten Umfrage nahe.
Im Auftrag der brandenburgischen Linkspartei befragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Zeitraum 16. bis 25. Januar 1002 Brandenburger. Dabei kam heraus, dass lediglich 37 Prozent der Wahlberechtigten korrekt auf die Frage antworten können, welche Parteien denn gegenwärtig das Bundesland regieren. Weitere 37 Prozent hatten keine Ahnung, 13 Prozent dachten, dass SPD und CDU die Minister stellen, so wie vor 2009. Fünf Prozent tippten auf eine rot-grüne und zwei Prozent auf eine schwarz-gelbe Koalition, die es tatsächlich hier noch nie gegeben hat. Sechs Prozent nannten noch utopischere Farbkombinationen.
62 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden, bei den SPD-Wählern sind es 80 Prozent und bei den LINKE-Anhängern 71 Prozent. Erstaunlich wirkt, dass sogar 61 Prozent der CDU-Wähler mit der Regierung zufrieden sind. Aber angesichts des offensichtlich verbreiteten Unwissens über die Landespolitik sind vielleicht viele von ihnen der Überzeugung, die CDU sei an der Macht.
Bei der Frage nach Erfolgen der rot-roten Koalition fällt 72 Prozent der Befragten spontan nichts ein. Bei der Frage nach Misserfolgen wissen 56 Prozent keine Antwort. Bei den Nennungen rangiert bei den Erfolgen »gute Bildungspolitik« mit sechs Prozent vorn. Bei den Misserfolgen wird »schlechte Bildungspolitik« (sieben Prozent) am häufigsten genannt. Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, würden 34 Prozent die SPD ankreuzen, 24 Prozent die CDU, 21 Prozent die LINKE, acht Prozent die Grünen, sieben Prozent die Piraten und je zwei Prozent die FDP beziehungsweise die NPD. Wenn Bundestagswahl wäre, käme die SPD in Brandenburg auf 34 Prozent, die CDU auf 26 und die LINKE auf 19 Prozent. Die Grünen würden neun Prozent erhalten, die Piraten sieben, die FDP und die NPD je zwei Prozent. Der Vergleich von Umfragewerten der Linkspartei in Brandenburg und in ganz Deutschland im Dezember 2007, im Januar 2009 und im Januar 2012 zeigt, dass sich die Kurven ähneln. Der jeweilige Abwärtstrend steht in einem ziemlich genauen Verhältnis zueinander. In Zahlen ausgedrückt: In Brandenburg hielt die LINKE erst 26 Prozent und fiel dann auf 21 Prozent. Im Bundesmaßstab verharrten die Sozialisten erst bei zwölf Prozent und rutschen dann ab auf sieben Prozent. Auch die Werte der Partei in Ostdeutschland lassen sich mit erst 29 beziehungsweise 27 Prozent und dann 22 Prozent in dieses Schema einordnen.
Dass sie für gute Arbeitsplätze, gute Bildung, gute Gesundheitsversorgung und soziale Sicherheit sorgt und die Armut bekämpft, das trauen die Menschen am ehesten der SPD zu. Die LINKE liegt da jeweils abgeschlagen und wird zuweilen (Bildung, Jobs) sogar noch von der CDU überrundet. Nur bei der Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte landet die LINKE vorn, dies ist bedauerlicherweise auch das Thema, das den Brandenburgern eigentlich am wenigsten am Herzen liegt. Nur zehn Prozent interessieren sich überhaupt dafür.
Mit ihren Stammwählern, die so oder so ihr Kreuz bei der LINKEN machen, kann die Partei in Brandenburg auf 16 Prozent kommen. Das Gesamtpotenzial liegt laut Umfrage bei 32 Prozent. Eingerechnet werden hier alle, die sich vorstellen können die LINKE zu wählen, es jedoch nicht unbedingt tun, sondern dann doch eine andere Partei bevorzugen - meistens ist es die SPD.
Wählergunst und Wahlen widerspiegeln doch nicht die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Interessen der Menschen in einer direkten Ableitung. Sie liegen im entscheidenden Masse im psychologischen Bereich. Eine Linkspartei in Brandenburg, die in den politischen Alltagsentscheidungen ganz sicher fleißig arbeitet und eine gute Politik in den Ressorts macht, verliert trotzdem ihre Wähler, wenn sie sich zum Hampelmann der in Brandenburg besonders rechts- konservativen Opposition macht. Wer gerne als konsequentester „DDR- Aufarbeiter“ und „Stasi- Aufklärer“ wahrgenommen werden möchte, anstatt konsequente und knallharte Gegenpositionen zu den DDR- Hassern Dombrowski, Ludwig und Poppe zu beziehen, hat Schwierigkeiten sein eigenes Klientel zu halten. Ich glaube nicht, dass die Wechselwähler weniger werden. Das Wähler- Grundpotential schwindet und das in der gesamten Linkspartei.
Aus dem allmählich aber stetig die Luft entweicht. Den Akteuren ist das entweder nicht bewußt oder es ist ihnen egal. Sie fühlen sich einigermaßen versorgt.
Eine sozialistische Partei, die für die Gesdtaltung der Gegenwart keine wirklichen Alternativen bereit hat und keine Vorstellung von Zukunft besitzt, ist überflüssig. Allein durch ihr Vorhandensein blockiert sie neue Kräft
Um es mit Wilhelm Busch zu sagen: „Höchst fatal!“ bemerkte Schlich. „Aber diesmal auch für mich!“
Aus dem allmählich aber stetig die Luft entweicht. Den Akteuren ist das entweder nicht bewußt oder es ist ihnen egal. Sie fühlen sich einigermaßen versorgt.
Eine sozialistische Partei, die für die Gesdtaltung der Gegenwart keine wirklichen Alternativen bereit hat und keine Vorstellung von Zukunft besitzt, ist überflüssig. Allein durch ihr Vorhandensein blockiert sie neue Kräft
Um es mit Wilhelm Busch zu sagen: „Höchst fatal!“ bemerkte Schlich. „Aber diesmal auch für mich!“
Userbewertung bei Focus !
Es werden immer mehr die begreifen, dass nur Links wirkt !
hier z.B.:
7 politiker der PDL unter den ersten 14 !
www.focus.de/politik/deutschland/politiker-ranking/user-ranking-benoten-sie-politiker_aid_360690.htmlr
Um es frei mit Wilhelm Busch zu sagen: „Höchst fatal!“ bemerkte Schlich. „Heh, heh, doch nicht für mich!“
Man soll ja Wähler nicht beschimpfen. Aber wenn diese Zahlen nur einigermaßen zutreffend sind:
War ja ne illustre Gesellschaft im Focus damals, im Juli 2011
Wurde sicher abgebrochen, weil nicht sein darf was ist.
Es scheint eine illustre Gesellschaft zu sein, denn die Bewertung wird weiterhin ständig aktuallisiert.
Dann darf wohl zur Zeit doch sein, was ist ???
ist es schon beschähmend, sich an Wahltagen, nicht im Wahllokal blicken zu lassen.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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