Bei seinem klaren Vorwahlsieg im bevölkerungsreichen Bundesstaat Florida schien es so, als wäre Mitt Romney endlich bei der republikanischen Basis angekommen. Erstmals konnte der Favorit der Parteiführung auch im einflussreichen Lager der fundamentalistischen Tea-Party-Bewegung punkten. So sind die Abstimmungen in Colorado, Minnesota und Missouri ein herber Rückschlag für den 64-Jährigen, auch wenn der Ausgang nicht bindend für die Verteilung der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im August ist. Diese wird in Minnesota und Colorado auf Parteitagen beschlossen, wo die Ergebnisse vom Dienstag lediglich Richtwerte bilden. In Missouri wird am 17. März in sogenannten Caucuses endgültig über die 52 Mandate des Bundesstaates beschlossen.
Besonders schmerzlich dürfte für Romney die Niederlage in Colorado gewesen sein, wo er 2008 die Vorwahlen mit 60 Prozent der Stimmen gewonnen hatte. Dieses Mal erreichte er nur 35 Prozent, Santorum 40. In Missouri lag Romney mit 25 Prozent sogar satte 30 Prozentpunkte hinter seinem Rivalen; in Minnesota musste er auch noch dem texanischen Senator Ron Paul den Vortritt lassen und kam lediglich auf 17 Prozent. Newt Gingrich, der in Missouri erst gar nicht antrat, spielte auch sonst kaum eine Rolle.
Und Rick Santorum, der schon den Vorwahlauftakt Anfang Januar in Iowa knapp gewonnen hat? Der 53-Jährige dürfte nun Gingrich den Rang als aussichtsreichster Romney-Rivale streitig machen - und spart nicht mit großen Tönen: »Ich stehe hier nicht und beanspruche, die konservative Alternative zu Mitt Romney zu sein. Ich stehe hier, um die konservative Alternative zu Barack Obama zu sein«, sagte er in seiner Siegesrede in Saint Charles (Minnesota). Der Ex-Gouverneur von Massachusetts vertrete im Kern die gleichen Positionen wie der Demokrat im Weißen Haus. Obama habe niemals auf die Stimmen des Volkes gehört. »Er denkt, er ist schlauer und besser als Ihr.«.
Der Rechtsanwalt und ultrakonservative Ex-Senator aus Pennsylvania punktet mit seinen fundamentalistischen Ansichten vor allem bei den religiösen Rechten. Familie, Glaube, Freiheit sind die Schlagworte seiner Kampagne. Der tiefgläubige Katholik und siebenfache Vater zieht gegen Homosexualität und Abtreibung zu Felde und für das heilige Recht jedes Amerikaners, eine Waffe zu besitzen. Er will Steuern und Staatsausgaben gleichermaßen radikal senken. »Freie Märkte, freie Menschen, freie Unternehmen, das Streben nach Glück«, das seien die Prinzipien, die die USA zu einem Vorbild für die ganze Welt gemacht hätten.
Noch kann er Umfragen zufolge damit lediglich 18 Prozent aller republikanischen Anhänger gewinnen, Romney lag bisher bei 29 Prozent. Santorums demoskopischer Trend aber zeigt nach oben, was in der Führung der »Grand Old Party« mit Unbehagen gesehen wird, scheint der stark polarisierende Rechtsaußen doch kaum geeignet, um einen Wahlkampf um die Mitte der USA-Gesellschaft zu gewinnen. Laut einer gerade veröffentlichten Erhebung der »Washington Post« und von »ABC News« würde Obama derzeit landesweit 51 Prozent der Stimmen und der noch führende Republikaner Romney 45 Prozent erhalten. Doch wie überschrieb der Nachrichtensender CNN seine Berichterstattung zu den Vorwahlen für die republikanische Präsidentschaftskandidatur: »Expect the unexpected« (Erwarte das Unerwartete). Auch Newt Gingrich setzt nun alles auf den sogenannten Super Tuesday am 6. März, wenn gleich in elf Bundesstaaten votiert wird.
Am 3. Januar 2012 beginnen die US-Republikaner die Vorwahlen. In einem fünfmonatigen Wahlmarathon suchen sie einen Präsidentschaftskandidaten und Herausforderer von Präsident Barack Obama. Die Präsidentschaftswahlen finden am 6. November 2012 statt. Mehr
Alle, ueberall auf der Welt, auch die Amis selber, wundern sich immer wieder warum und wo in USA der Waehler in USA bestimmte politische Richtungen und deren Vertreter bevorzugt. Jetzt ist ein Buch erschienen in USA von einem serioesen Journalisten, Schriftsteller und Historiker, Colin Woodard, mit dem Titel: "American Nations" Subtitel: "A History of the Eleven Rival Regional Cultures of North America". Woodard dokumentiert, analysiert, und erklaert wie die verschiedenen urspruenglichen Einwandererwellen waehrend den ersten zwei Jahrhunderten, die politische und soziale Denken fundamentiert haben - welches dann spaeter von den anderen Einwanderwellen durch die Integration adoptiert wurde. Woodard analysiert Nordamerika : USA und Kanada und zeichnet auf der Landkarte wie sich die verschiedenen urspruenglichen Einwandererwellen und ihre Denkweise auf spaeter Siedlungsgebiete ausgedehnt hat. Die Nordoststaaten (New England) wurde von englischen Puritanern besiedelt "Yankees": Gemeindesinn und Gemeindeverwaltung. New York von den libertarischen Hollaendern besiedelt- der Ursprung fuer New York als Handelzentrum. Der Sueden von den Soehnen der englischen Zuckerplantagen-Sklaven-Besitzer in Barbados . Die rueckstaendigen Zentralstaaten wurden von den undisziplinierten Scotch-Irish besiedelt "Appalachia". Der Mittel Westen - im Norden als Fortsetzung des Yankee-Reiches, im Sueden als Verlaengerung von Pennsylvania das "Midland" friedliche Quaker, ruhige deutsche Protestanten. Der Suedwesten als "El Norte" die Kultur des Nordens Mexikos (welche anders ist als Mexiko-City und der Sueden). San Francisco und noerdlich bis zum Yukon - die "Linke Kueste" (links auf der Landkarte): Teilweise Ursprungeinfluss von "Midland" und "Yankees". "The Far West" die Berg-und Wuestenstaaten - mit politischen Ursprung durch die Herrschaft der Minen-und Bahnunternehmen. "New France" in Ost-Kanada und New Orleans. "Tidewater" Zentralostkueste - elitistische reiche Englaender.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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