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Von Anja Sokolow, dpa
09.02.2012

Pfaueninsel im Packeis

Einsatz mit Brechstangen und Flammenwerfern

Ein lautes Hämmern stört an diesem Wintermorgen die Idylle an der Havel in Berlin-Wannsee. Am Fähranleger gegenüber der Pfaueninsel kämpfen sechs Gärtner und ein Fährmann bei gefühlten minus 15 Grad Celsius seit Stunden mit Brechstangen und Flammenwerfern gegen das etwa 30 Zentimeter dicke Packeis. »Normalerweise wäre das Eis kein Problem für uns«, sagt Fährmann Thomas Johnson. Doch weil am Vortag vermutlich der Antrieb der neuen Fähre »Luise« den Geist aufgegeben hat, muss er nun auf das alte Schiff zurückgreifen. Das hat aber eine zu kurze Klappe, die das von der großen Fähre ans Ufer geschobene Packeis nicht ganz bedeckt.

Irgendwann am Vormittag können die ersten Besucher auf die alte Fähre steigen, ohne auf dem Eis auszurutschen. Allerdings hat der Frost auch bei diesem Schiff Spuren hinterlassen. Johnson kann nur die Notsteuerung bedienen. »Das macht heute einfach keinen Spaß«, sagt er. Tage wie diese seien aber die absolute Ausnahme, erklärt der Fährmann, der schon 31 Jahre lang auf der Havel unterwegs ist. Tag und Nacht sind er oder seine fünf Kollegen im Schichtsystem im Einsatz - auch im Winter, damit die etwa 100 Meter lange Fahrrinne nicht zufriert. Aufwärmen können sie sich im Fährhaus auf der Insel.

»Die Fähre ist einfach lebenswichtig«, betont Susanne Fontaine. Sie ist Kastellanin bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die auch die Fähre betreibt. »Mehrere Stiftungsmitarbeiter und ehemalige Angestellte wohnen dort. Schon deswegen muss gewährleistet sein, dass ein normales Leben möglich ist«, erklärt sie. Wenn ein Inselbewohner einen Arzt oder die Feuerwehr brauche, müsse die Fahrrinne frei sein. »Und natürlich wollen wir auch im Winter Besucher haben«, sagt Fontaine. Bis zu 150 000 Gäste kämen pro Jahr, um die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende ehemalige Sommerfrische der preußischen Könige zu sehen.

Er sei sehr froh über den winterlichen Fährverkehr, sagt der ehemalige Gartendirektor Michael Seiler, der seit fast 33 Jahren direkt am Ufer mit Blick aufs Wasser lebt. Die Fähre sei in all den Jahren nie länger als einen Tag ausgefallen, berichtet der 73-Jährige. »Manchmal gehe ich auch nachts ans Ufer und schaue zu, wie die Fähre durchs Eis kracht«, erzählt er. Die Inselbewohner hätten ein enges Verhältnis zu den Fährleuten. »Die notieren sich ganz genau, wer von uns die Insel verlässt, und fragen, wann man wiederkommt«, berichtet Seiler.

Während die Bewohner der Pfaueninsel völlig abhängig vom Fährbetrieb sind, bedeutet die Havel-Fähre im Norden Berlins vor allem eine Kilometerersparnis: Das Unternehmen Buchardi aus Spandau bringt derzeit täglich etwa 400 bis 500 Autos zwischen Hakenfelde in Spandau und Tegelort in Reinickendorf von einem zum anderen Ufer. »Mein Mann und mein Sohn halten die Fahrrinne nachts frei«, erzählt Anita Burchardi. Man könne das andere Ufer auch auf dem Landweg erreichen, allerdings mit einem 30 Kilometer langen Umweg.

Auch im Auftrag der Berliner Verkehrsbetriebe sind Fähren auf Gewässern der Hauptstadt unterwegs, unter anderem auf dem Wannsee, der Spree und dem kleinen Müggelsee. Allerdings haben diese wegen des Kälteeinbruchs den Betrieb eingestellt. Dass die Fähren bei Minusgraden ruhen, sei normal, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. Die Linien seien nicht die einzigen Verbindungen zum Festland.

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