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Von Lena Tietgen
10.02.2012

Rote Kaderschmiede mit »Zeitgeistorientierung«

Die Universität Bremen feiert ihr 40-jähriges Bestehen

Noch bis zum 8. Juni 2012 feiert die Universität Bremen ihr 40-jähriges Bestehen. Interessierten, die sich mit der Geschichte der »roten Kaderschmiede« befassen wollen, sei die Studie »Tradition Reform« der Historikerin Birte Gräfing empfohlen.

Gründlich recherchiert und gut strukturiert gibt Gräfing Einblick in die Entwicklung der Universität Bremen und beginnt mit deren Vor- und Gründungsgeschichte. Mit dem Kapitel »Die Idee zur Gründung einer Internationalen Universität« führt Gräfing den Leser in die bildungspolitischen Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit. So wurde 1948 gegen Stimmen aus der CDU ein Gesetz zur Gründung einer »Internationalen Universität« beschlossen, jedoch nie umgesetzt. Analog amerikanischer Campus-Universitäten sollten die Institute auf einem Gelände angesiedelt werden. Mit dem Hinweis auf fehlende Finanzierung und Auslastung sei das Projekt unterlaufen worden. Trotzdem bewertet Gräfing diesen Versuch als einen »ersten ernstzunehmenden Gedanken einer Universität für Bremen«. Auch der 1971 gegründeten Universität sei es um »umfangreiche Reformen und Ansätze zur Überwindung reaktionärer Ideologien und Strukturen« gegangen.

Zur Reform zählte neben der akademischen und studentischen Selbstverwaltung die Lehrerbildung. Deren Verortung in die Universität wertete die Pädagogik wissenschaftlich auf und wandelte dadurch die Universität von einer der Forschung dienenden und ausbildenden Institution in einen »Ort der beruflichen Qualifizierung«. Viele dieser Reformen, betont Gräfing, seien auch bei anderen Universitäten gängige Praxis. Dennoch sei für die Universität Bremen ihr Reformwille kennzeichnend. Gräfing attestiert der Universität eine über die Jahre des Bestehens anhaltende »Zeitgeistorientierung«. Die jeweiligen Strömungen spiegeln sich in Stichworten wie »Studentenbewegung«, »Umwelt- und Friedensbewegung/Gleichberechtigung der Geschlechter« wider. Seit den 1990er Jahren bestimmen dagegen Begriffe wie »Internationalisierung«, »Evaluation«, »Modularisierung« und »Exzellenz-Initiative« die Universitätslandschaft. War diese früher durch »Themen der Politik« bestimmt, ist sie es heute durch »Wettbewerb«, schreibt Gräfing.

Der Autorin gelang eine sehr eindrückliche und detaillierte Beschreibung - auch dank ihrer klaren Sprache. Sie nimmt den Leser an die Hand und führt ihn tief in die Welt der Bremer Universitätsgeschichte. Aber hierin liegt auch deren Schwäche, fehlen analytische Gedankengänge. Wenn Gräfing beispielsweise schreibt, dass der »Balanceakt zwischen Hochschulautonomie und staatlicher Steuerung auch in Bremen nicht einfach war«, möchte man gerne wissen, warum beziehungsweise worin dieser bestand. Selbst als eine reine Deskription bleibt diese Aussage ein Allgemeinplatz, von denen mehrere das Buch füllen. Dennoch empfiehlt sich die Lektüre des durchaus lesenswerten Buches.

Birte Gräfing: Tradition Reform - Die Universität Bremen 1971-2001, Donat Verlag 2012, 320 Seiten, 24,80 Euro.

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