In der Bundesrepublik liegt das Einkommen von 70 Prozent der Menschen ohne Job unterhalb der Armutsgrenze. Im EU-Durchschnitt sind es 45 Prozent. Das zeigen Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat aus dem Jahr 2010. Die Gründe: Das einkommensbezogene ALG I erhält meist nur, wer in den zwei Jahren zuvor mindestens zwölf Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Das schaffen Menschen mit prekären Jobs oft nicht. Zweitens ersetzt das ALG I nur etwa 60 Prozent des letzten Nettolohns, in Dänemark sind es 83 Prozent, in den Niederlanden 76 Prozent. Drittens ist die Anspruchsdauer auf ALG I vergleichsweise kurz: Ein 40-Jähriger, der seit seinem 18. Lebensjahr durchgängig gearbeitet hat, erhält maximal 52 Wochen Arbeitslosengeld. In den Niederlanden sind es hingegen 96 Wochen, in Frankreich 104 und in Dänemark 208 Wochen.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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