Engste Verbindungen zwischen der vor allem in Somalia aktiven islamistischen Organisation Al Schabab und Al Qaida werden schon seit geraumer Zeit vermutet. Nun hat sich die Miliz, die aus einer Jugendorganisation der kurzzeitig in dem ostafrikanischen Land dominierenden Union islamischer Gerichte hervorgegangen sein soll, in einem Video auch offiziell unter das militärische Kommando des Terrornetzwerks gestellt. Nach Einschätzung von US-amerikanischen Experten wachse damit der Einfluss von Al Qaida in Afrika erheblich. Al Schabab kontrolliert weite Teile des Landessüdens wie des Zentrums und verübt immer wieder tödliche Anschläge in der Hauptstadt Mogadischu, aus der sie sich eigentlich im vergangenen August zurückgezogen hat.
Allerdings ist die Miliz zuletzt nach äthiopischen und kenianischen Militärinterventionen selbst unter Druck geraten. Innerhalb der Führung soll es Unstimmigkeiten geben, zahlreiche Kämpfer seien vor allem nach Jemen geflohen. Zudem wurden diverse Führungskräfte durch Luftangriffe getötet. Längst haben die USA in Äthiopien eine neue Basis für unbemannte Kampfdrohnen errichtet, die auch in Somalia Einsätze fliegen - und nicht nur Terroristen treffen. Somalia ist ein »gescheiterter Staat«, seit 1991 gibt es keine im gesamten Land anerkannte nationale Regierung mehr. Für die Zivilbevölkerung muss man nun weitere Gräuel befürchteten, hat Al-Qaida-Führer Ayman al-Zawahiri die Milizen in einer Botschaft doch aufgefordert, ihre blutigen Attentate in Mogadischu fortzusetzen. Erst am Mittwoch starben mindestens 15 Menschen durch eine Autobombe.
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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