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Von Jürgen Holz, Altenberg 13.02.2012 / Sport

Goldschürfer im Altenberger Kohlgrund

Deutschland dominiert die Rodel-WM: Drei von vier Titeln an die Gastgeber

»Wir sind mit Blick auf Olympia 2014 in Sotschi gut aufgestellt«, strahlte Bundestrainer Norbert Loch nach den 43. Rodel-WM im Altenberger Kohlgrund. Zwar feierte der Gastgeber bei seiner »Goldmission« nicht den angekündigten Vierfach-Triumph, aber mit drei Titeln in vier Entscheidungen - nur im Doppelsitzer ging die deutsche Rechnung nicht auf - und weiteren zwei Medaillen demonstrierte Deutschland seinen Ruf als Rodelnation Nummer 1.

Mit den beiden Einsitzer-Olympiasiegern Felix Loch (Berchtesgaden), der in überragender Manier zu seinem dritten WM-Titel fuhr, und Tatjana Hüfner (Friedrichroda), die am WM-Schlusstag zu ihrem vierten WM-Gold kam, hat der Bob- und Schlittenverband absolute Siegertypen in seinen Reihen. Beide führten auch die abschließende Teamstaffel zum Sieg vor Russland. »Natürlich ist auch auch eine Heim-WM kein Selbstläufer«, meinte Norbert Loch, konstatierte aber mit Blick auf Olympia in zwei Jahren erfreut: »Bei den Frauen und Männern haben wir die komfortable Situation mit jeweils fünf Kandidaten für lediglich drei Olympiaplätze.«

Die deutschen Männer-Einsitzer griffen komplett an und belegten mit Johannes Ludwig (Oberhof/26 Jahre), Andi Langenhan (Zella-Mehlis/27) und David Möller (Sonneberg/30) die weiteren Ränge vier bis sechs, was den diesmal nur drittplatzierten Titelverteidiger Armin Zöggeler (Italien) nicht überraschte: »In Deutschland wird seit Jahren in der Spitze wie in der Breite und beim Nachwuchs Tolles geleistet. Das hat sich auch in Altenberg wieder gezeigt. Ich bin jetzt 38, für mich wird nach Olympia 2014 Schluss sein. Doch leider sehe ich zu Hause in Italien keine starken Nachfolger.«

Im Frauen-Einsitzer wurde die 28-jährige Favoritin Tatjana Hüfner von der im ersten Lauf einen Bahnrekord fahrenden Russin Tatjana Iwanowa herausgefordert. Russlands erste Rodel-Europameisterin (2010), die in drei Tagen ihren 21. Geburtstag begeht und als Coach Martin Hillebrand aus Berchtesgaden an ihrer Seite hat, verbesserte die vorherige Rekordzeit um fast sechs Zehntelsekunden und lag winzige 0,022 Sekunden vor Hüfner. Das Feld dahinter hatte nichts mit der Titelvergabe zu sein. Erfreulich jedoch, dass Natalie Geisenberger (Miesbach) noch auf den dritten Rang vorrückte und die Kanadierin Alex Gough verdrängte.

Im entscheidenden zweiten Lauf hatte aber die Russin nicht die Nerven, fuhr nur die drittbeste Zeit, so dass Hüfner im wahrsten Sinne des Wortes mit Laufbestzeit noch an ihr vorbei zum Titel raste. »Ich habe um das Gold gekämpft. Ich wollte es, schon vom Start weg«, meinte die erfolgreiche Titelverteidigerin. Es war das 31. WM-Gold für die deutschen Frauen seit dem ersten Titelgewinn vor genau 50 Jahren in Krynica durch die DDR-Rodlerin Ilse Geisler.

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