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15.02.2012

Rot für den Blauhelm?

Kommentar von Roland Etzel

Bei der Arabischen Liga, genauer gesagt bei deren tonangebenden Monarchien, wird man enttäuscht sein: Ihr Vorschlag einer Blauhelmtruppe für Syrien produziert bei den verbündeten Adressaten im Westen nichts als säuerliche Mienen. Nicht dass die ihre kompromisslose Daumen-nach-unten-Haltung gegenüber Assad revidieren wollten, aber Blauhelme? Da die Ligamitglieder selbst außerstande dazu sind, hieße es im Falle sogenannter friedenserzwingender Maßnahmen, Westeuropa müsste bereit sein, Kampfverbände zu entsenden.

Da schaudert es selbst sonst so unerschrockene Jünger des robusten Mandats wie den außenpolitischen Unionssprecher Mißfelder. Er ahnt: Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was gegenwärtig an Gräueln über Syriens Armee verbreitet wird, wäre das Eintreffen von Bundeswehrmaschinen mit Zinksärgen aus Syrien ziemlich gewiss. So sehr man der Opposition in Syrien militärisch beispringen möchte, es könnte tödlich sein für die eigenen Umfragewerte. Die Kanzlerin hat dafür einen untrüglichen Instinkt und fordert deshalb lieber erneut härtere Sanktionen gegen Assad, obwohl da kaum noch etwas zu verschärfen geht.

Damit freilich hätten Saudi-Arabien und Co. rechnen können. Es ist kein Geheimnis: Das einzige Land - neben Israel -, welches zur sofortigen Invasion Syriens bereit und fähig wäre, ist die Türkei. An deren Renaissance im Vorderen Orient liegt den Saudis aber überhaupt nichts.

1 Kommentar

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  • Ani-metaber / 14. Feb 2012 22:42

    In den Augen von Navanethem (Navi) Pillay sind es wohl alle erbärmliche Feiglinge

    In der faktischen Gleichgültigkeit gegenüber den Leiden der syrischen Bevölkerung unterscheidet sich das Handeln der Bundesregierung wenig von der, die sie auch gegenüber dem Untergang des palästinensischen Volkes unter den Stiefeln des Zionismus zeigt.
    Nur die Zustimmung zu Sanktionen bekommt ein krasses einseitiges Verhältnis,
    was wäre mit einem Bruchteil dieser Sanktionen nicht gegenüber Israel möglich gewesen?

    Sie müssen sich schon entscheiden, wollen sie ein schnelles Ende des Blutvergießens oder ein „Ende des Assad-Regimes“. Wollen sie, dass schnellsten humanitäre Hilfe nach Homs kommt oder möchten sie gerne wochenlange Berichte über einen niedergeschlagenen Volksaufstand hinnehmen.

    Wenn es darauf ankäme, wollen sie dann doch selbst keine Blauhelme entsenden und auf die Idee, man hätte schon längst mit Assad verhandeln müssen, welche Art von Blauhelmen, Beobachtern und Schlichtern das Regime zulassen würde, müsste, damit dieses für sich selbst vielleicht nur die heile Haut retten könnte und um einen sofortigen Waffenstillstand zu ermöglichen, ist man bislang nicht gekommen.

    Waffenlieferungen wie auch ausgeübte Gewalttätigkeiten zu stoppen kann doch nur gelingen, wenn sämtliche nach und von allen Seiten unterbunden werden.
    Niemand kann ernsthaft glauben, man könne da Einseitigkeiten erzwingen.

    Und sind sich Russland und China dessen bewusst und unterbreiten der Welt, Assad und allen Beteiligten entsprechende zwingende Vorschläge im Interesse der Humanität?

    Wohl Fehlanzeige!

    Fazit, gegen die, die friedlich für ihre Rechte eintreten wollten, wird von Seiten der westlichen Staaten und von Assad Hand in Hand gearbeitet oder von und mit anderen weitgehende Untätigkeit mit Rüstungshilfe geleistet.
    Da kann man nur hoffen, um ein paar Worte von Herrn Etzel aufzugreifen, dass „..was gegenwärtig an Gräueln über Syriens Armee verbreitet wird..“ nur die Hälfte von dem darstellt, was tatsächlich in Syrien passiert sein könnte.

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