Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Ingolf Bossenz
17.02.2012

»Wer ist Herr Schäuble?«

Griechenlands Präsident will sein Land nicht bevormunden lassen

Demokrit, der griechische Philosoph, meinte einst, des Vaters Selbstbeherrschung sei der beste Unterricht für seine Kinder. Doch während Millionen griechische Landeskinder angesichts der ihnen aufgezwungenen Sparorgie längst die Selbstbeherrschung verloren haben, platzte jetzt auch dem Landesvater der Kragen.

»Ich akzeptiere es als Grieche nicht, dass mein Land von Herrn Schäuble beleidigt wird«, erboste sich Griechenlands Präsident Karolos Papoulias. »Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland verhöhnt?«

Was die Empörung des 82-jährigen Staatsoberhauptes überkochen ließ, waren die jüngsten Empfehlungen des deutschen Finanzministers für die Einsetzung eines sogenannten Sparkommissars in dem gebeutelten Hellas.

Papoulias' Philippika, deren Ausbruch am Mittwoch während eines Mittagessens im Athener Verteidigungsministerium erfolgt war, sorgte am Donnerstag in der Landespresse für Schlagzeilen. »Wir waren stets stolz nicht nur auf die Verteidigung unserer Freiheit, sondern auch auf diejenige Europas«, betonte Papoulias, der im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazibesetzung seiner Heimat gekämpft hatte.

Die Boulevardzeitung »Eleftheros Typos« setzte noch einen drauf und titelte »Junta des Schäuble«. Dessen Empfehlung einer Expertenregierung nach italienischem Vorbild sei eine grobe Einmischung in die griechischen Angelegenheiten.

Auch für den Vorsitzenden des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach, geht es »in höchstem Maße ungerecht« zu. Womit der CDU-Politiker allerdings nicht die Pression der Griechen meinte, sondern die Verbalattacke ihres Staatschefs gegen Bosbachs Parteikollegen Wolfgang Schäuble. Diese sei »ein neuer negativer Höhepunkt der Kritik an Deutschland und anderen stabilitätsorientierten Ländern in der Eurozone«, beklagte sich Bosbach gegenüber dem Sender N24. Gerade Schäuble habe sich immer bemüht, Griechenland zu helfen.

Immerhin hält auch der frühere Vizepräsident der EU-Kommission Günter Verheugen den Umgang mit Griechenland für respektlos. Der SPD-Mann zeigte sich im Südwestrundfunk gar »entsetzt« über die aktuelle Tonlage. Ein Volk könne man nicht behandeln, »als bestünde es aus Kriminellen«.

Während das kranke Land am südlichen Balkan weiter ins Siechtum treibt, zeigte die russische Zeitung »Moskowskije Nowosti« eine bemerkenswert klare Sicht auf die griechische Tragödie. Die ursprünglichen Ursachen der Krise, schrieb das Blatt, seien »längst ohne Bedeutung, weil gerade die Antikrisenmaßnahmen zur Hauptquelle der sich vertiefenden Krise geworden sind«.

Laut Umfragen kämen bei Wahlen in Griechenland die zerstrittenen linken Parteien zusammen auf 43,5 Prozent (Demokratische Linke 16 Prozent, Kommunisten 14 Prozent und Bündnis der Radikalen Linken 13,5 Prozent).

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken