Iñaki Santillana ist stolz. »Es ist ein urbanes Fahrzeug und richtet sich an Benutzer mit einem ökologischen Bewusstsein«, sagt er. Er zeigt in den Verkaufsräumen von »La Factory« im baskischen San Sebastian auf den ersten elektrischen Maxi-Scooter mit dem Namen »LEMev Stream«. Laut dem Marketingchef des Familienbetriebs mit dem baskischen Namen »Luma« (deutsch »Feder«), ist es das erste Elektro-Motorrad aus Spanien. Federführend treibt Luma, bisher vor allem Hersteller von Schlössern für Zweiräder, seit fünf Jahren die Idee voran. Produziert werden die Motorräder in der Kleinstadt Hernani, acht Kilometer von San Sebastian entfernt. Die Firma schließt eine Marktlücke, »in der sich die großen Anbieter zurückhalten«, sagt Santillana. »Für die urbane Mobilität braucht man heute keine Benzinmotoren mehr«, sagt er. Luma konnte neben der langjährigen Kooperation mit dem Unternehmen LEM, das Helme und Motorradzubehör baut, auch auf zwei weitere baskische Firmen bauen.
»Inmotec« war an der Konstruktion des Motorrads beteiligt. Die Firma aus Pamplona konstruiert eigene Renn-Motorräder und nahm im vergangenen Jahr an der Weltmeisterschaft teil. Der Rennfahrer Iván Silva ist Probefahrer von Inmotec und hat auch das Elektro-Motorrad geprüft.
Die vielfältige Wirtschaftsstruktur in der baskischen Provinz Gipuzkoa hat das Projekt erst möglich gemacht. Die Provinzregierung hat das Motorrad-Projekt genauso unterstützt wie die baskische Regionalregierung in Vitoria. Die Stadt trägt gerade den EU-Titel »Grüne Hauptstadt Europas«. Hilfe bekam das Projekt aber auch vom Industrieministerium in Madrid, dass den Kaufpreis mit knapp 1000 Euro subventioniert.
Josu Hans Alberdi, Inhaber von »La Factory«, weist darauf hin, dass die Batterien dazu dienen, die Windenergie zu speichern. In einigen Teilen des Baskenlandes wird schon jetzt fast 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gedeckt. Windräder müssen oft abgeschaltet werden, weil es keine Abnehmer für den Strom gibt. Da die wiederverwendbaren Akkus 2000 Ladezyklen aushalten, können sie etwa 20 Jahre genutzt werden. Und für viele sei schon heute ein Scooter auf überfüllten Straßen das Fahrzeug der modernen urbanen Mobilität. Die Batterien des LEMev Stream reichen für 80 Kilometer, die Spitzengeschwindigkeit beträgt 105 Stundenkilometer: das perfekte Gefährt für den urbanen Menschen.
Auch die Genossenschaften, deren in der Kleinstadt Arrasate ansässiger Bund MCC der größte Genossenschaftsbund weltweit ist, setzen auf Umwelttechnologie. MCC ist nicht nur an der Fertigung von Solarmodulen und Windrädern beteiligt, sondern arbeitet im »Innovationpol Garaia« auch an einem eigenen Elektroauto. Mit »Zeus« ist bereits ein Prototyp entstanden. Auch dieses Projekt reiht sich in das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung des Baskenlands ein.
erst einmal auf genossenschaftlichen Elektroroller, wackelt in Madrid die Wand und die Mächtigen fliehen nach Ciudad Autónoma de Ceuta
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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