Zwischen Jupp Heynckes und Bayern-Neuzugang Xherdan Shaqiri wurde vor dem Duell in der Champions League schon ein bisschen gefrotzelt. »Er hat gesagt, ich soll Verständnis dafür haben, wenn er ein Törchen macht. Ich habe ihm gesagt: ›Das werden wir schon verhindern‹«, berichtete Heynckes mit Blick auf das heutige Achtelfinalhinspiel zwischen Bayern München und dem FC Basel. »So wie ich ihn kenne, wird er trotzdem versuchen, richtig gut zu spielen, sonst hätten wir den falschen Spieler verpflichtet.«
Brisant ist das Duell zwischen den Münchnern und ihrem bis 2016 verpflichteten Mittelfeldakteur allemal. »Ich gebe 100 Prozent für den FC Basel«, versprach der Schweizer Nationalspieler, den die Bayern für mehr als zehn Millionen Euro verpflichtet haben. »Er wird seinen Weg machen«, prognostizierte Shaqiris aktueller Trainer Heiko Vogel. »Er ist durch und durch Fußballer. Shaq ist zwar körperlich klein, aber ein Riese.«
Der 1,69 Meter große »Straßenfußballer« (Vogel) sieht sich selbst als Kicker, der »Tricks, Spektakel, das Besondere« liebt. Und er freut sich besonders auf Franck Ribéry. Ähnlich sei er ihm von der Spielanlage, betonte der 20-Jährige, und ein ähnlicher Spaßvogel. »Das könnte ein schöner Wettkampf zwischen Franck Ribéry und mir werden.«
Als Gute-Laune-Profi haben die Münchner den wuchtigen Mann mit dem Spitznamen Kraftwürfel aber nicht verpflichtet. Wohl jedoch wegen der besonderen Fähigkeiten des Flügelspielers. »Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, der den Unterschied ausmachen kann«, schwärmte Trainer Heynckes. »Er spielt aus der Intuition heraus Fußball. Was er macht, ist nicht berechenbar. Er hat schon sehr, sehr viel, was man braucht, um ein großer Spieler zu werden.«
Groß ist die gegenseitige Vorfreude, nur eine Sache müssen der FC Bayern und Shaqiri noch im Vorfeld lösen. Der 20-Jährige träumt davon, mit der Schweiz bei den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August 2012) an den Start zu gehen. Da sich der Termin aber mit der Bundesliga-Vorbereitung überschneidet, würde der Schweizer »Spieler des Jahres 2011« gleich ins Hintertreffen geraten - anstatt sich einen Vorteil gegenüber den EM-Teilnehmern zu verschaffen. Warnung sollte ihm der Weg des Argentiniers José Ernesto Sosa und des Brasilianers Breno sein: Beide durften 2008 in Peking mitkicken - und fanden danach nie wie erhofft den Anschluss.
Achtelfinale, Hinspiele
Moskau - Real Madrid n. Red.
Neapel - Chelsea n. Red.
Basel - FC Bayern heute 20.45
Marseille - Inter Mailand heute 20.45
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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