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Pleitewelle zieht durch Griechenland

Haushaltsdefizit höher als veranschlagt

Athen (dpa/nd). Knapp 90 000 mittlere und kleinere Betriebe mussten in Griechenland wegen der Finanzkrise in den vergangenen zwei Jahren schließen. Weitere 61 000 Betriebe werden in diesem Jahr dazukommen, wodurch 240 000 Menschen ihre Arbeit verlieren. Dies geht aus einer Studie hervor, die der Verband der mittleren und kleineren Betriebe (GSEVEE) am Mittwoch in Athen präsentierte. Jeder dritte Kleinbetrieb musste die Gehälter der Angestellten kürzen und seine Betriebszeit einschränken. Ebenso hoch ist der Anteil der Betriebe, die ihre Stromrechnung nicht mehr zahlen können. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Betriebe einen Umsatzrückgang um 33 Prozent. »Dieser Unsinn mit der Wettbewerbsfähigkeit, die mit der Reduzierung der Gehälter steigen soll, muss aufhören. Wir versinken im Sumpf der Rezession«, sagte Verbandspräsident Dimitris Asimakopoulos.

Die Regierung geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um vier bis fünf Prozent schrumpfen wird; 2011 hatte das Minus 6,9 Prozent betragen. Kritiker des Sparkurses monieren, dass immer neue Einsparungen die Wirtschaft abwürgen. Aus diesem Grund wird das Haushaltsdefizit 2012 mit 6,7 Prozent der Wirtschaftsleistung höher ausfallen als ursprünglich geplant, wie das staatliche Fernsehen NET berichtete.

Derweil hat die Regierung in Athen das Gesetz zum Schuldenschnitt auf den Weg gebracht. Es sieht vor, dass die privaten Gläubiger zum Forderungsverzicht gezwungen werden könnten, falls die Beteiligung am freiwilligen Schuldenschnitt zu niedrig ausfällt.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

  • Griechenland - Schuldenschnitt mit Konjunktiven

    Griechenland befindet sich am Rande des Staatsbankrotts. Der Ausstieg aus dem Euro droht wie ein Damoklesschwert. Die Regierungsbildung nach den Parlamentswahlen, bei der die Linke stark zulegte, aber auch Rechtsextreme profitierten, war erfolglos. Nun stehen dem Land weitere Neuwahlen bevor. Siehe auch: Dossier Finanzkrise
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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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