Nein, meine PIN verrate ich nicht! Das wäre unklug, sagt auch meine Bank. Jüngst teilte mir das Institut auch mit, dass das neue Online-Banking wirksam vor Angriffen durch Phishings und Trojaner schützt. Das beruhigt, denn die legale »Krötenwanderung« von meinem Konto in die Taschen anderer lässt Zuwendungen an Unberechtigte wirklich nicht zu.
Unerwähnt freilich blieb, dass nicht nur ich und die Angestellte meines Vertrauens an mein Konto herankommen. Allerlei Behörden dürfen das auch. Ein Gesetz legalisiert deren Neugier. Trübe erinnert man sich, dass das notwendig sei, um Al Qaida zu jagen. Oder um Steuerbetrüger zu melken. Oder Schwarzarbeitgeber ins rechte Licht, also vor Gericht zu stellen.
Damit bin ich einverstanden. Doch nun kommt heraus, dass es darum gar nicht geht. Jedenfalls nicht vordringlich. Und obwohl sie mir wie allen Konteninhabern keinerlei Belege für die Nützlichkeit der Neugier vorweisen kann, will die Regierung die bereits ins Gigantische gesteigerten Überwachungsmaßnahmen ausweiten.
Zielstrebig bauen Sicherheits- wie Finanzbehörden ein alles und jeden umwebendes Kontrollnetzwerk aus. Immer mehr sogar EU-weit. Kontenabfragen gehören ebenso dazu wie die einheitliche Steuernummer, die aussagefähiger ist, als es die Personenkennzahl je war. Dann wären da noch Vorratsdatenspeicherung, Handyortung, Onlinedurchsuchung, Kfz-Kennzeichenerkennung, Chips auf allerlei Karten und Ausweisen ... Und alles mit meinen paar Kröten!
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
Preis: 11,95 €
Preis: 120,00 €
Werbung:
Werbung: