Der Politische Aschermittwoch bot den Parteien Gelegenheit, die Kandidatur von Joachim Gauck zu debattieren. Angriffslustiger, als der breite Konsens für den Nachfolger von Christian Wulff eigentlich nahelegt. Die FDP feierte dabei ihren unerwarteten Erfolg über ihren Koalitionspartner, die Union.
Eine differenzierte Beurteilung des Kandidaten lieferte im nd-Interview am Mittwoch der Wittenberger Pfarrer Friedrich Schorlemmer. Er bekräftigte den bürgerdemokratischen Ansatz von Joachim Gauck. Denn die Gesellschaft werde nicht von den Resignativen verändert, sondern nur von denen, die sich aktiv engagieren. Freilich »gibt es Menschen in dieser sich verhärtenden Gesellschaft, denen man tausendmal sagen kann, sie mögen sich engagieren: Sie können es nicht, sie haben keine Lobby, Kraft, keine Perspektive.« Für sie aber, so Schorlemmer, müsse sich die Stimme des Bundespräsidenten besonders stark machen, dies sei ein wichtiges Prüffeld für Gauck.
Die Linkspartei sucht dem Vernehmen nach inzwischen nach einem eigenen Kandidaten für die Bundesversammlung am 18. März. Parteivorsitzende Gesine Lötzsch bemühte sich am Mittwoch dem Vernehmen nach um eine Zustimmung von Beate Klarsfeld. Man habe mehrfach telefoniert, hieß es. Die 73-Jährige, die sich gegen Naziverbrecher engagierte und den früheren Bundeskanzler Kiesinger wegen dessen NSDAP-Mitgliedschaft ohrfeigte, habe bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, als Kandidaten der LINKEN anzutreten, hieß es am Nachmittag bei »Spiegel online«. Die Kandidatur wäre eine rein symbolische, weil die LINKE nur etwa ein Zehntel der Mitglieder der Bundesversammlung entsendet. Am heutigen Donnerstag entscheiden Parteivorstand, Fraktionsvorstand und Vertreter der Landesverbände über ihr Vorgehen. Mehrfach hat die Linkspartei Beate Klarsfeld bereits für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Immer wieder wurde ihr Vorschlag bisher vom Bundespräsidialamt abgelehnt. Eine Unterstützung des Kabarettisten Georg Schramm hatte sich am Mittwoch erledigt. Schramm, der als Kandidat der Piraten ins Gespräch gebracht worden war, lehnte eine Kandidatur ab und plädierte für die Abschaffung des Amtes.
Beate Klarsfeld wurde von der Partei DIE LINKE als Alternative zu Joachim Gauck als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt nominiert. Bei der Wahl gelang es ihr, drei Stimmen mehr zu erringen, als die Gruppe der LINKE-Wahlfrauen und -männer Mitglieder hat. Ein bisschen kann sie wohl die 108 Enthaltungen für sich verbuchen.
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Alle Hochachtung für Beate Klarsfeld, eine unermüdliche, tapfere Frau. Aber ich bin gegen 'Klarsfeld for president'. Soviel Platz ist allemal auch im Neuen Deutschland, dass auf das alberne Denglish verzichtet werden kann. Also selbstverständlich: Ich bin sehr für Frau Klarsfeld als Präsidentin.
Wenn man Menschen erreichen will, die jünger sind, als diejenigen, die Anzug und Harrfarbe Ton-in-Ton (grau) halten, ist auch englisch erlaubt. Ich kann kein denglisch erkennen. Um zum lesen des Artikels mit ordentlichem Inhalt aufzumuntern gut gewählt.
Als ich gestern nochmal bei wikipedia über G. Schramm nachgeschlsgen habe, stand dort schon in Vergangenheitsform von seiner Ablehnung. Schade eigentlich.
Auf der gedanklichen Suche nach eine(m)r moralisch geeignete(m) bin auch ich auf Frau Klarsfeld gekommen. Leider ist es mir nicht gelungen das Mitglied der Bundesversammlung St. Ludwig, der hier inder Nähe wohnt, noch zu erreichen und entsprechenden "Wahlkampf" zu machen.
Warum ist das eigentlich niemandem bereits vor einigen Tagen eingefallen?
Beate Klarsfeld ist eine mehr als würdige Kandidatin. Es könnte ja auch sein, dass sie nicht so chancenlos ist, wie es zur Zeit aussieht.
was sie so zum Irakkrieg, über G.W.Bush oder Ariel Scharon gesagt haben "könnte"
Daß aus dieser Ecke kein Beifall kommen würde, war ja zu erwarten. Das spricht doch noch mehr für Frau Klarsfeld!
Und um noch einen draufzusetzen: Butterwegge auch gutt.
Sehr unterschiedlich, sehr differenziert, alles gut und richtig. oder auch völlig falsch. Aber Gauck hat sie genau so kalt erwischt wie die Bundeskanzlerin. Wer hier nicht gleich das Deutschlandlied auf der Zunge hat, sollte sich entspannt zurück lehnen. Der LADEN hat auch sein komischen Züge
Er, seine Kumpels, die ganze Branche sind derzeit in diesem Lande die EINZIGEN Durchblicker. Leute, seid fröhlich in Hoffnung. Narr for president! Ernsthaft!
Aktuelle Ausgabe: 26.05.2012
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