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Ulrich Sedlag, Zoologe
25.02.2012

Das volle Insektenleben findet morgens statt

GARTENTIERE: Noch wintert es zwar, doch bald werden Fliegen, Hummeln und Bienen da sein

Noch wintert es ja, aber bald ist es wieder soweit. Im Frühjahr und Sommer mache ich jeden Tag etwa um 7.30 Uhr eine Runde durch den Garten: allgemeine Tier- und Pflanzenbeschau.

Zunächst werden die Wände der Gebäude kontrolliert. Weberknechte und Fliegen sitzen dort den ganzen Tag herum. Manchmal hat sich auch ein Nachtfalter niedergelassen, den man sonst nicht zu sehen bekommt. Kleinschmetterlinge sitzen fast ausnahmslos an der Unterseite von Blättern.

Ergiebig sind oft Beobachtungen an sonnenbeschienenen Hecken. Besonderer Glanz geht manchmal von einer unglücklichen Schmeißfliege aus, die einer Raubfliege zum Opfer gefallen ist. Auch noch in meiner Assistentenzeit an der Universität Greifswald sahen wir Fliegen weitgehend als unbestimmbar an. Es gab damals für die meisten Insektengruppen nur Bestimmungstabellen, in die man sich mühsam hätte einarbeiten müssen. Erst später kamen dann die herrlichen Naturführer mit farbigen Abbildungen, mit deren Hilfe man heute unschwer eine Reihe charakteristischer Fliegenarten kennenlernen kann.

Zu diesen gehören außer den Schwebfliegen die meist schlanken Raubfliegen, die teils kleiner, teils ansehnlich groß und im Garten nicht selten sind. Als ich an einem schönen Morgen noch mit der Raubfliege beschäftigt war, landen auf den Nachbarblättern andere unscheinbarere kleine Fliegen. Man könnte fast sagen, sie strömen herbei. Offenbar schätzen viele Insekten die besonnte Hecke, um sich nach kühler Nacht aufzuwärmen.

Auch Wespen sind dann oft schon eifrig dabei, sich in Schneebeerenblüten mit Nektar zu versorgen. Diese stehen ihnen übrigens im Nebeneinander mit reifen Früchten noch wochenlang zur Verfügung. An anderen Blüten sammeln dann die ersten Hummeln Blütenstaub. Sehr aktiv sind auch schon Schwebfliegen auf der Blattlaussuche. Etwas später am Morgen entfaltet sich dann das Insektenleben voll. Oft voller als man es mitunter im weiteren Tagesverlauf erlebt, denn auch viele Insekten halten eine Siesta. Deshalb darf man z. B., wenn man, wie es bei manchen wissenschaftlichen Untersuchungen üblich ist, mit einem Streifsack durch die Kleintierfauna einer Wiese geht, die Tageszeiten bei der Messzahlauswertung nicht vermischen.

Zum vollen Insektenleben am Morgen kann auch beitragen, dass manche Blüten potenziellen Bestäubern nur zu diesen Stunden etwas zu bieten haben. Wegwarten schließen bei Sonnenschein oft schon mittags ihre Blüten, bei trübem Wetter eher später (vielleicht weil dann ihr Pollen infolge schwächeren Insektenfluges noch nicht verbraucht ist). Vor einigen Jahren machte ich eingehende Beobachtungen an einer großen Königskerzenstaude. Obwohl ihre zunächst stark beflogenen Blüten nach wie vor offen waren, wurden sie etwa ab 10 Uhr kaum noch besucht. Offensichtlich gab es in ihnen nichts mehr zu holen. Schwebfliegen, Hummeln und Bienen lernen so etwas sehr schnell.

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