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Von Lucía Tirado
10.03.2012

Es war einmal, was ich will

Ackern in der Hütte: Lange Nacht der Märchen verlängert

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König Drosselbart

Solch eine Prinzessin gab es noch nie in der Märchenhütte. Ina Gercke spielt sie als freche Berlinerin in »König Drosselbart«. Also keineswegs auf den Mund gefallen spottet sie Grimm getreu über den Mann an sich und speziell über einen König aus dem Norden, der sich als Bräutigam um sie bemüht. Torsten Schnier verkörpert alle Männer dieser kleinen Märchenwelt und wirft sich dafür von einem Mantel in den anderen. Man kennt ja die Geschichte, in der eine von einem Kerl übel gedemütigte Schöne, ihn dankbar gleich zwei Mal heiratet. Das kann man heute beim besten Willen nicht mehr pur servieren.

Doch um die Strafe für Hochmut kommt die Prinzessin auch in dieser letzten Premiere der Märchenhüttensaison nicht herum. Hier muss sie einen Typ heiraten, der mit der Zeitung »Hüttenfeger« durch die Gegend zieht. Und der schickt sie prompt auch durch die U-Bahn, wo sie für eine kleine Spende das Druckerzeugnis unter die Leute bringen soll. Was auch immer er ihr als Arbeit verordnet - sie stellt sich dämlich an und sorgt für Streiterei. Doch das ist eine Sache, die beiden zusammen Spaß macht.

Zum ersten Mal gibt es mit »König Drosselbart« eine Inszenierung des Hexenkessel-Hoftheaters zu sehen, die nicht unter Ägide von Hausregisseur Jan Zimmermann entstand. Während der bereits mit Stücken für die kommende Sommersaison fürs Amphitheater beschäftigt ist, beweist sich Klaus Stephan als Co-Regisseur. Der Berliner hat seit 1974 in vielen Städten inszeniert, war Schauspieldirektor in Nordhausen und Intendant in Zittau.

Stephans Handschrift ist etwas deftiger, konnte man bei der Premiere im Vergleich zu dem mit feiner Klinge von Zimmermann inszeniertem »Gevatter Tod« beim Märchendoppelpack sehen. Der Neue entfernt sich weiter vom Grimmschen Originaltext, als es gut erscheint. Daran lässt sich immer etwas ändern. Entscheidender dürfte sein, dass er einen Märchenstoff mit der Originalität und dem Schwung versehen kann, wie man das beim Hexenkesel-Hoftheater erwartet. So kann man sagen, der Mann ist - unterstützt wie hier von guten Schauspielern - richtig in der Hütte. Sollte ihn nicht der Hochmut befallen, liegt vor ihm eine märchenhafte Zukunft.

Was es in der Wintersaison zu erleben gab, lockte bis Ende Februar über 36 000 Zuschauer zu je zwei Märchen pro Stunde in den Monbijoupark. 396 Mal öffnete sich der Vorhang zu ausverkauften Vorstellungen für Kinder oder Erwachsene. Gespielt immer von jeweils zwei der inzwischen 18 Schauspieler. Noch nie wurde die Hexe so oft in den Ofen geschubst, mussten Tauben »ümmer und ümmer« wieder Aschenbrödel Hülsenfrüchte sortierend zur Hilfe sein oder konnte das tapfere Schneiderlein den Riesen besiegen. Die Märchenfiguren ackerten, was das Zeug hielt. Denn erstmals gab es eine zusätzliche Hütte am Gastspielort Frankfurt am Main. Auf der Märchenhütten-Homepage kann man einen imposanten Film darüber sehen, wie sich die Helden auf die Wanderschaft dorthin begaben. Außerdem dachte niemand, dass am Ende die Geburtsstadt der Gebrüder Grimm nach ihnen rufen wird. So fand sich die Märchenhütte nach Frankfurt auch noch am Nationaldenkmal für Jacob und Wilhelm Grimm auf dem Marktplatz in Hanau.

Im Monbijoupark in Mitte wurde die Spielzeit wegen der großen Nachfrage bis 18. März verlängert. Dann muss Schluss sein und mal Pause. Im April beginnen für die Schauspieler des Hexenkessel-Hoftheaters die Proben für die Amphitheater-Sommersaison.

»Es war einmal, was ich will«, heißt es aber jeden Fall am 11. März. Bei der traditionellen langen Märchennacht bestimmen die Zuschauer, welche Stücke aufgeführt werden. Eine spannende Sache wird das sicher wieder, welche der inzwischen 23 Geschichten mit nunmehr 113 Märchenfiguren am Ende gewinnen.

Lange Nacht der Märchen, 11. bis 18. März, Märchenhütte im Monbijoupark, Mitte, Telefon.: 288 86 69 99, Spielplan und Infos unter: www.maerchenhuette.de

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