Schnellsuche

Suchen auf neues-deutschland.de:

Ralf Hutter 22.03.2012 / Lima-Blog
Kanak Media Attak

Die Selbstverständlichkeiten des Nationalstaats infrage stellen

Der Journalist Miltiadis Oulios über migrantische Perspektiven in den deutschen Massenmedien

Miltiadis Oulios lebt und arbeitet als freier Journalist in Düsseldorf. Er arbeitet als Radioreporter für den WDR und als Autor für taz, ZEIT und die Kölner StadtRevue. Im Radiosender Funkhaus Europa moderiert er zudem das deutsch-griechische Magazin "Radiopolis". Im suhrkamp-Verlag erscheint in Kürze sein Buch "Blackbox Abschiebung - Geschichten und Bilder von Leuten, die gerne geblieben wären." Miltiadis Oulios ist aktiv bei den Neuen Deutschen Medienmachern. Der Verein setzt sich „für eine ausgewogenere Berichterstattung und mehr Kolleginnen und Kollegen mit einem so genannten Migrationshintergrund“ ein.

Miltiadis Oulios auf der LiMA
nd: Du hast hier eine Veranstaltung gemacht, die den Titel trug: „Wie viel Platz ist in deutschen Medien für Kanak Power?" Dieser Titel erklärt sich nicht von selbst. Mach du das bitte!Oulios: Mit dem Titel ist gemeint: Wie viel Platz ist für Einwanderer als Protagonisten, die mehr Forderungen stellen, als der Mainstream ihnen zugesteht? Wie viel Platz ist für Themen, die für die Mehrheitsgesellschaft vielleicht unbequem sind, die aber aus der migrantischen Perspektive Sinn machen? Wie viel Platz ist für Journalismus, der Migranten weder als Opfer, noch als Täter darstellt, sondern als Menschen, die in ihren Kämpfen, und vielleicht auch in ihrem praktischen Kosmopolitismus die Selbstverständlichkeiten des Nationalstaats infrage stellen? Es geht um die Kritik einer Gesellschaft, die sich über das nationale Bewusstsein definiert und festhalten will, wer dazugehört, und wer nicht.Wie lautet die Antwort auf diese Fragen?Es ist immer so viel Platz, wie man sich schafft (lacht). Es ist immer eine Grenze da, die man in dem Moment spürt, wo tatsächlich Themen oder Haltungen von Migranten zum Gegenstand der Berichterstattung werden, die Selbstverständlichkeiten infrage stellen. Es wird viel berichtet über so genannte Ghettos – damit sind dann Wohnviertel gemeint, in denen viele Einwanderer leben. Aber in dem Moment, wo es darum geht: Wo sind eigentlich Ghettos von Deutschen, oder von Mittelschichtsangehörigen – also von denen, die sich als die Norm begreifen –, und inwieweit stellen deren Schließungstendenzen auch ein Problem für die Gesellschaft dar? Dann zeigt sich immer, dass dafür kein Platz da ist, oder man zumindest stark argumentieren muss, dass dafür auch Platz sein muss.Da hast du ja auch eine Erfahrung gemacht.Ja. Das ist aber nicht Alltag. Es gab einmal, ich weiß nicht mehr wann, in den Medien Berichte über „Ausländerviertel" und Probleme. Ich machte dann einen Kommentar im WDR-Radio, in dem ich darauf hinwies, dass es auch ein Problem ist, dass es in allen deutschen Großstädten gut situierte Viertel gibt, in denen sich die Mittelschicht genauso abschottet.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo:

Empfehlen bei Facebook, Twitter, Google Plus

1 Kommentar Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Artikel des Blogs

Über diesen Blog

Lima-Blog

Die LIMA erfindet sich neu! Erstmals gibt es in diesem Jahr zwei Kongresse der Linken Medienakademie. Im September lädt die LiMA zu einem Medien-Kongress in die Humboldt Universität zu Berlin ein. Bereits am 23. März startet in Berlin die Weiterbildungs-LiMA für junge Journalisten, Blogger und Aktivisten unter dem Motto De-Fragmentierung".

Blogs-Übersicht

Werbung:

Werbung:

Hinweis zum Datenschutz: Wir setzen für unsere Zugriffsstatistiken das Programm Piwik ein.

Besuche und Aktionen auf dieser Webseite werden statistisch erfasst und ausschließlich anonymisiert gespeichert.