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Katja Herzberg
30.03.2012

Bodes Zappeln

FDP-Minister leitete Scheitern der Einigung ein

Der Linie treu bleiben bis zum Schluss: Wo die FDP noch etwas zu sagen hat, forciert sie ihren Niedergang mit fortgesetzter Engstirnigkeit. Das derzeit beste Beispiel für diese Strategie gibt der Wirtschaftsminister Niedersachsens, Jörg Bode, ab. Sein Nein zu Bürgschaften für Schlecker am Dienstag stellte die fast schon sichere Einigung auf eine Transfergesellschaft für die Mitarbeiter des insolventen Schlecker-Konzerns wieder in Frage. Daraufhin zog auch Bayern zurück.

Gegen gewissenhafte Arbeit hat sicher niemand etwas einzuwenden. Doch Bode wusste genau, dass den Schlecker-Frauen keine Zeit mehr blieb. Dass ihm deren Schicksal egal ist, zeigte der 41-Jährige dann gestern ganz offen. Der gelernte Bankkaufmann aus Celle erklärte, auch nach weiterer Prüfung keiner Bürgschaft zuzustimmen. Damit schrieb er nicht nur die 1000 Schlecker-Mitarbeiter, die in Niedersachsen von Arbeitslosigkeit bedroht sind, endgültig ab. Und handelt doch ganz rational. Denn sie haben Bode sicher nicht in den Landtag gewählt, dem er seit 2003 angehört.

Man könnte meinen, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten gehe es gar nicht darum, dass die Verkäuferinnen nicht zu seiner Klientel gehören, sondern darum, Schaden vom Land abzuwenden. Etwa wenn sich tatsächlich kein neuer Investor für Schlecker finden sollte und die Länder auf ihren Millionen-Darlehen sitzen blieben. Doch mit seiner Entscheidung setzt sich Bode auch über das niedersächsische Parlament hinweg, das letzte Woche noch einstimmig beschlossen hatte, dass das Land Schlecker-Mitarbeitern helfen muss.

So steht Bodes Alleingang für das letzte Zappeln eines gelb-blauen Fisches im Teich der Regierungspolitiker.

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