Gemeinsam sind wir stark– linker Journalismus ist mir etwas wert!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Thomas Grossman
31.03.2012

PLATTENBAU

Eine zarte Banjo-Melodie erklingt - gespielt von Pete Seeger. Dann setzen E-Gitarre und Bass ein und Ani DiFranco, Singer-Songwriterin und politische Aktivistin, hebt zu singen an. Es kommen Schlagzeug, Percussion und Mellotron hinzu, nach einigen Minuten auch ein Kinderchor und eine Blaskapelle. Geboten wird der kämpferische Song »Which Side Are You On?«, 1931 bei einem bitteren Bergarbeiterstreik in Kentucky spontan von der Frau eines Gewerkschafters geschrieben, nach dem der Sheriff sie und ihre drei Kinder bedroht hatte.

Als Ani DiFranco 2009 an einem Konzert in New York anlässlich von Pete Seegers 90. Geburtstag teilnahm, kam sie auf die Idee, den alten Song mit neuem Text aufzunehmen. In ihrer Version geht es um gestohlene Wahlen, Korruption, Krieg, Reaganomics, Frauenrechte und Umweltverschmutzung. Sie hat ihr neues Studioalbum, ihr insgesamt 17., nach dem Song benannt.

Veröffentlichte DiFranco früher fast jährlich eine neue Platte, so nahm sie sich nun drei Jahre Zeit. Somit konnte sie aus vielen sich angesammelten Songs auswählen. Sodann wurden die Lieder in mehreren Sessions in New York, Bogalusa (Louisiana) sowie in ihrem Heimstudio in New Orleans (Louisiana) eingespielt. Neben DiFranco an der Gitarre musizierte ihre Tourband, aber es wirkten auch hochkarätige Gäste wie Ivan und Cyril Neville von den Neville Brothers mit.

Insgesamt zwölf Songs changieren zwischen Folk, Rock, Reggae und Blues. Nur auf einem ist DiFranco - berühmt für ihr staccatoartiges Gitarrenspiel und schnelles Fingerpicking - mit ihrem Instrument allein. Herausgekommen ist - so der deutsche »Rolling Stone« - DiFrancos abwechslungsreichstes und überzeugendstes Album seit sechs Jahren. Eine Platte, die bei jedem Hören wächst.

Einige Songs bringen autobiografische Details. Die 41-Jährige schaut bereits auf ihr »aufregendes Leben« zurück, sieht sich heute friedvoller, weniger streitsüchtig als früher. Das Älterwerden wird nicht bedauert. Es erklingen Liebeslieder wie »Albacore«, der wohl schönsten Song des Albums. Ja, es geht sogar um Promiskuität. Im Mittelpunkt stehen aber die politischen Songs. Mit diesen, so DiFranco, »teste ich die Tiefen des Wassers aus. Wie weit kann ich gehen? Kann man das Wort ›Abtreibung‹ singen, das Wort ›Patriarchat‹?« In »Amendment« geht es darum, die Gleichstellung der Frau in der USA-Verfassung zu verankern (was 1982 scheiterte).

Der Song »J« ist eine Anklage gegen Öl-Magnaten, derentwegen es keine Fische mehr im Wasser und keine Vögel mehr in der Luft gibt, es geht um die Regierung von Louisiana, die nicht für die Menschen da ist, und um Präsident Obama, der doch das Format eines Franklin D. Roosevelt hätte haben können. »Hauptsache«, so beschließt DiFranco jedoch ihr Album, »man bleibt in jeder Hinsicht aufrecht / und gibt seine Liebe an seine Kinder weiter / bis nichts mehr zu sagen übrig bleibt«.

Ani DiFranco: Which Side Are You On? (tonpool)

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken