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Von Roland Etzel
31.03.2012

Tag des Bodens, Tag des Protests

Palästinenser und Unterstützer in aller Welt erinnern an illegale Landnahme

Steine gegen Tränengas am »Tag des Bodens« in Kalandia, einem Grenzübergang vom israelisch besetzten Westjordanland zum israelisch besetzten Ostjerusalem. Der wichtigste palästinensische Protesttag gegen den Landraub wurde in diesem Jahr unter der Losung »Globaler Marsch nach Jerusalem« auch in zahlreichen Orten weit außerhalb Israels international solidarisch begleitet.

Sechs Palästinenser wurden am 30. März 1976 von israelischer Polizei erschossen, als sie sich innerhalb einer Demonstration gegen die willkürliche Vertreibung von ihrem Grund und Boden wehrten. Seitdem wird an diesem Tag von Palästinensern und Unterstützern in aller Welt ihrer gedacht - und ebenso Tausender anderer, die seitdem vor allem in den von Israel besetzten Palästinenserterritorien um ihr Wohnhaus, ihren Olivenhain oder ihr Weideland gebracht wurden.

Auch in diesem Jahr waren Proteste angekündigt worden. Die bis zum frühen Abend härteste Konfrontation zwischen Demonstranten und Polizei gab es am Freitag in Kalandia. Dort, am wichtigsten Grenzübergang vom Westjordanland nach Ostjerusalem, trafen Hunderte protestierende Palästinenser auf israelische Polizei. Diese hatte zwar angekündigt, sie wolle jegliche Gewalteskalation vermeiden. Wenn man allerdings wie die israelischen Behörden das Westjordanland abriegelt, den Zugang zum Jerusalemer Tempelberg für Palästinenser sperrt und noch ein paar mehr Checkpoints in der Westbank platziert als bisher schon, ist die behauptete Gutwilligkeit schwer in Frage gestellt.

Und so flogen denn in Kalandia Steine von der einen Seite und Gummigeschosse von der anderen Seite; das Ganze von Tränengas überlagert. Dennoch schwenkten etwa tausend am Checkpoint zurückgehaltene Palästinenser, wie Augenzeugen berichteten und auch auf Youtube zu erkennen war, palästinensische Fähnchen.

Der palästinensische Abgeordnete Mustafa Barguti, der unter ihnen war und von dem keinerlei Gewalt ausging, wie die israelische Seite einräumte, wurde am Kopf verletzt. Die Behauptung, Palästinenser hätten ihn geschlagen, wird von Beteiligten als absurd bezeichnet. Demonstrationen mit insgesamt etwa100 000 Teilnehmern gab es weiter in Gaza, der jordanischen Hauptstadt Amman und an der Grenze Libanons zu Israel, bis zum Abend ohne schwere Zwischenfälle.

Mit einem symbolischen »Globalen Marsch auf Jerusalem« beteiligten sich in diesem Jahr aber auch Tausende Mitglieder von Palästina-Solidaritäts-Initiativen in vielen Staaten Europas, auch in Deutschland, am »Tag des Bodens«. Hinter die Initiative im deutschsprachigen Raum haben sich unter anderen Evelyn Hecht-Galinski, Felicia Langer und Bundestagsabgeordnete der LINKEN gestellt. Vor allem soll gegen die schleichende Verdrängung der Palästinenser aus Jerusalem protestiert werden.

Die Organisatoren machen jedoch ebenso darauf aufmerksam, dass jede Behauptung israelischerseits, man wolle »in der Zukunft« einen Palästinenserstaat tolerieren, unglaubwürdig sei. Seit der Besetzung der palästinensischen Territorien durch Israel 1967 haben sich über 500 000 jüdische Siedler dort Land genommen, mehr als die Hälfte davon in den vergangenen 15 Jahren.

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