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02.04.2012

Muslimbruderschaft greift nach der Macht in Kairo

Chairat al-Schater Präsidentschaftskandidat

Kairo (dpa/nd). Die ägyptische Muslimbruderschaft setzt zum Sprung in den Präsidentenpalast an. Die Islamisten-Bewegung kündigte am Samstag an, sie werde entgegen früherer Aussagen nun doch einen eigenen Kandidaten für die Wahl des Präsidenten aufstellen, weil der Revolution in Ägypten ernsthafte Gefahren drohten. In liberalen Kreisen rief diese Ankündigung große Sorgen hervor.

Mit 56 zu 52 Stimmen nominierte die Bewegung, die für eine Islamisierung des Staates eintritt, ihren stellvertretenden Vorsitzenden Chairat al-Schater. Der Unternehmer hatte wegen seiner politischen Aktivitäten mehrfach im Gefängnis gesessen. Der 62-Jährige hat gute Chancen, die Nachfolge des im Februar 2011 entmachteten Ex-Präsidenten Husni Mubarak anzutreten. Der Oberste Militärrat, der nach Mubaraks Abgang die Kontrolle übernommen hatte, soll nach der Wahl seine Macht an den neuen Präsidenten abtreten. Die Wahl beginnt am 23. Mai. Die Stichwahl soll am 16. und 17. Juni stattfinden.

Im Falle eines Wahlsieges könnte die Muslimbruderschaft ihren ohnehin schon großen Einfluss auf die ägyptische Gesellschaft weiter festigen. Die Bruderschaft gewann mit ihrer Partei der Freiheit und Gerechtigkeit bereits bei der Parlamentswahl fast die Hälfte aller Mandate und dominiert zusammen mit den radikal-islamischen Salafisten auch die Verfassungsgebende Versammlung.

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