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Von Nicolas Sustr
02.04.2012

5000 Quadratmeter Grün

Neue Freiflächen im Kunsthaus Bethanien für alle zugänglich

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Einladung ins Bethanien

Sattgrünes Gras, dazu noch vollflächig - ein Anblick, der für öffentliche Flächen in Kreuzberg als ungewöhnlich, wenn nicht gar sensationell bezeichnet werden kann. Zu bewundern ist dies momentan im Innenhof des Bethanien. Jene Fläche, die im Sommer alljährlich vom Freiluftkino Kreuzberg bespielt wird, wurde am Sonnabend mit einem kleinen Fest für die Öffentlichkeit freigegeben.

Mit den 5000 Quadratmetern zusätzlichem Grün, die nun tagsüber vor dem Kinobetrieb frei zugänglich sind, wurde der zweite von vier Bauabschnitten zur Neugestaltung aller Freiflächen des Bethanien fertig gestellt. »Die Planungsgeschichte reicht bis 2005 zurück«, erinnert sich Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne). Aufgrund der Vielzahl von Nutzungen auf dem Gelände - dazu gehören unter anderem ein Kindergarten, Spielplätze, das Freiluftkino, eine Wagenburg, Bürgergärten und ein Seniorenzentrum der AWO - handelte es sich um ein relativ kompliziertes Vorhaben.

Um möglichst allen Ansprüchen gerecht zu werden, wurden die Nutzer und Anwohner einbezogen. Zunächst konnten sie zwischen Entwürfen von vier Landschaftsplanungsbüros wählen. In folgenden Workshops wurden die Pläne weiter angepasst, bis schließlich nach über einem Jahr das fertige Projekt stand.

Ziele wie die Öffnung des Geländes zum Bethaniendamm und das möglichst konfliktfreie Nebeneinander der verschiedenen Nutzungsarten mussten noch mit Aspekten des historischen Bestands verbunden werden, schließlich wird die Maßnahme über das Förderprogramm städtebaulicher Denkmalschutz finanziert. »Die historische Aufteilung ließ sich aber gut damit verbinden«, sagt Landschaftsplaner Peter Schmidt-Seifert, dessen Entwurf ausgeführt wird. »Die Abgrenzung der einzelnen Bereiche erfolgt je nach Schutzbedürfnis«, erläutert Schmidt Seifert. Das bedeutet einen hohen, geschlossenen Zaun rund um den Kindergarten und halbhohe Zäune mit offenen Toren woanders, um die Hundenutzung einzuschränken.

»Wir haben eine sehr enge Bürgerbeteiligung gehabt«, sagt Schmidt-Seifert. Dazu gehörten auch Besuche im Plenum des Georg-von-Rauch-Hauses. Auch dessen Hof wird umgebaut. Als Reminiszenz an die Besetzungsgeschichte werden in der Fassung der Baumscheiben Texte von Rio-Reiser-Songs zu lesen sein. Auch der 2008 durch eine Besetzung entstandene interkulturelle Nachbarschaftsgarten »Ton, Steine, Gärten« ist längst legalisiert und Bestandteil des Nutzungskonzepts.

Als nächstes steht die Neugestaltung des nordwestlichen Areals rund um den Naturspielplatz Civili-Park an. Im vierten und letzten Bauabschnitt werden die Flächen vor dem Bethanien-Hauptgebäude angegangen. »2013 werden wir mit dem Gröbsten durch sein, letzte Restarbeiten folgen 2014«, sagt Schmidt-Seifert. »Wir wollen auch versuchen, die Hochbauten auf dem Gelände zu verbessern«, so Bürgermeister Schulz. Da hängt es wie immer allerdings vom verfügbaren Geld ab.

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