02.04.2012

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Wieder, so berichtet der Hessische Rundfunk, starten Firmen Versuche, Werbung an Schulen zu platzieren - garniert mit der Verlockung, das dafür gebotene Geld könne Sanierung und Ausstattung vieler Gebäude befördern. Die Kultusministerien schrecken (noch) zurück: Bildungsauftrag und ästhetische Maßstäbe, so das Argument, gerieten in Gefahr. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das auch einen Bildungsauftrag und in ferner Vergangenheit mal vom Wort Ästhetik gehört hat, ist da weit weniger empfindlich. Werbepause - man weiß vorm Bildschirm kaum noch zu unterscheiden, welche Pause gemeint ist, die von der Werbung oder jene für die Werbung. Deshalb könnte es gefährlich sein, einzig Schulwände von Reklame zu verschonen. Es führt zum morgendlichen Schockerlebnis, das unterrichtsunfähig macht - denn keiner (dies lehrt die Schule des Lebens) verträgt urplötzlichen Entzug. Das kennen die Lehrer doch von den Drogen, Waffen und Schnapsbatterien ihrer Zöglinge. hades