Robert D. Meyer 07.04.2012 / Medien

Kunst braucht Freiraum zum Atmen

MEDIENgedanken: Arte, Quote und Boulevard

Die Verantwortlichen für den deutsch-französischen Kulturkanal Arte wollen seit Januar stärker auf die Quote anstatt auf den Inhalt ihres Programms schauen. Dabei ist das Schielen auf den Massengeschmack nicht Auftrag dieses einmaligen Projektes. Es ist ganz gewiss ein Zufallstreffer, doch dieser steht symptomatisch für eine sich schon länger abzeichnende Entwicklung beim deutsch-französischen Fernsehsender Arte. Es ist Mittwochvormittag. Das Privatfernsehen wird einmal mehr seinem Ruf als Resterampe im nicht enden wollenden Prozess der Medienverwertung für Formate voller Vorurteile und Klischees gerecht. Längst nicht jeder Mensch erträgt auf Dauer diese Darstellung von Laiendarstellern, wie sie für eine Hand voll Euro den verzweifelten Versuch unternehmen, aus gescripteter Realität einen Hauch von Authentizität herauszuquetschen. Wie gut, dass es fernab der immer günstiger produzierten Welt des Boulevard bis heute noch Inseln gibt, die nicht der Logik von Quote durch Quantität zulasten der Qualität geopfert werden. Der deutsch-französischer Partnersender Arte ist solch ein Rückzugsort für diejenigen, welche intelligentes Fernsehen mögen. Intelligent deshalb, weil die Programmverantwortlichen bisher stets die Botschaft der Effekthascherei überordneten. Wie es nämlich leider auch geht, zeigen ARD und ZDF immer häufiger. Man nähert sich rasant dem Niveau der privaten Sender-Fastfood-Ketten an. Doch das Paradies, die Progammnische fernab von Krawall und Kurzweiligkeit, ist bedroht und noch dazu ohne eindeutig erkennbaren Grund.

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