07.04.2012

Rettung erst zu Pfingsten?

Kommentar von Grit Gernhardt

Die Insolvenz ist angemeldet, nun geht das Gezerre um die Überreste des Schlecker-Konzerns los. Für die 13 500 verbliebenen Mitarbeiterinnen heißt es also weiter täglich hoffen und bangen; schließlich ist unklar, ob ein Investor die Drogeriekette ohne weiteren Jobabbau übernehmen würde. Bei internationalen Finanzkonzernen wie der slowakischen Penta ist dies - trotz anderslautenden Beteuerungen im Vorfeld - zumindest zweifelhaft. Und auch der zweite »ernstzunehmende« Interessent soll aus den Reihen der Finanzinvestoren kommen und nicht aus dem Großhandelssegment für Babywindeln, Schuppenshampoo und Fleckentferner.

Nun ist es ja bei Weitem nicht so, dass der Konzern keine Auffrischung seines Geschäftskonzeptes gebrauchen könnte; seit Jahren schon sah er nur noch die Rücklichter der Drogeriekonkurrenz. Dennoch steht zu befürchten, dass eine Entscheidung von Insolvenzverwalter und Gläubigern, die sich anscheinend einzig an der Höhe des Kaufpreises bemessen soll, nicht unbedingt auch die beste für die Angestellten ist. Und die hatten in den vergangenen Wochen wahrlich genug zu leiden - nicht zuletzt unter der inzwischen zum heißen Anwärter für das Unwort des Jahres mutierten Wortkreation »Schlecker-Frauen«. Mindestens bis Pfingsten werden sie aber wohl noch auf die Entsendung eines Retters für ihren Brötchengeber warten müssen; im Gegensatz zum Heiligen Geist wird ersterer nämlich nicht einfach so vom Himmel geschickt.

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