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10.04.2012
Person

Die Passion

Krzysztof Penderecki bekommt den Viadrina-Preis der Europa-Uni

In den fünfziger Jahren schrieb Krzysztof Penderecki Bühnenmusiken für ein Theater in Krakow, wo er studierte, und wo auch der Kleindarsteller Karel Wojtyla auftrat. Wurde dieser, als Papst, zum berühmtesten Botschafter des polnischen Katholizismus, so komponierte sich Penderecki empor zum weltbekanntesten Botschafter polnischer Musik.

Die Prominenz des 1933 bei Warschau Geborenen kam mit einem Schlag: 1959 gewann er mit allen drei anonym eingereichten Partituren den Polnischen Kompositionspreis in Warschau, kurz darauf machte er beim damals wichtigsten Festival der zeitgenössischen Musik im deutschen Donaueschingen mit seiner »Anaklasis« für Streicher und Schlagzeuger Furore. Von nun an schrieb und schrieb er; die Vitalität seiner Musik, ihre unbekümmert effektvolle, das Plakative nicht scheuende Kraft schlug im Westen, Anfang der sechziger Jahre, eine befreiende Atemlücke in die gepresste, komplizierte, esoterisch sich krümmende Avantgarde-Kompositionen. Neider nannten ihn wegen seiner Popularität (er schuf auch die Eröffnungsmusik für die Olympischen Spiele 1972 in München) - »Penderradetzky«.

Das »Die Irae« zum Gedächtnis der Auschwitzopfer, das »Stabat Mater« (Teil der 1966 im Dom zu Münster uraufgeführten »Lukas-Passion«, mehrere Opern und Sinfonien (darunter das Vokalwerk »The Seven Gates of Jerusalem«) begründeten den ästhetischen Kern dieser Musik: jene schwere musikalische Stimme des Leids, die aus vergangenen Finsternissen zu kommen und dem Heute zu sagen scheint: Du bist auch nicht besser, meine liebe neue Zeit. Langlava. Hochdramatik. Aber alles ohne die geläufige Verschlossenheit moderner Musik; eher so, als sei ein Publikum stets vor Überforderung zu bewahren.

Er bezeichnet sich als Christ; zum Staatspreis, den er einst von Wojciech Jaruzelski erhielt, sagt er noch heute: »Man kann zu einem System nicht nur immer Nein sagen.« Auf dem Landgut Lulawice lebt er zurückgezogen, unablässig komponierend. Wer Andrzej Wajdas Film »Katyn« sah, hörte Pendereckis Musik. Das Leid. Der Grusel. Als ende das Verschlingende nie! Hans-Dieter Schütt

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