10.04.2012

Polizei fahndet nach Todesschützen

(dpa/nd). Nach den Schüssen auf eine Gruppe junger Männer in Neukölln sucht die Polizei weiter mit Hochdruck nach dem Todesschützen. Ein 22-Jähriger starb am Donnerstag in dem Kugelhagel. Eine heiße Spur zum Täter gebe es noch nicht, sagte eine Sprecherin der Polizei am Montag. Inzwischen seien 25 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Beamte suchten während der Osterfeiertage mehrmals den Tatort ab und befragten Anwohner.

Am frühen Donnerstagmorgen hatte ein Unbekannter im Ortsteil Buckow auf fünf junge Männer geschossen. Neben den tödlichen Schüssen auf den 22-Jährigen erlitten zwei weitere Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren lebensgefährliche Verletzungen. Sie mussten notoperiert werden, befinden sich nach Angaben der Polizei aber in einem stabilen Zustand. Der Schütze entkam zu Fuß.

Am Tatort trauerten Freunde, Bekannte und Familienangehörige. Blumen und Briefe zum Gedenken wurden niedergelegt. »Ein Mal Mord und vier Mal versuchter Mord: Findet den Täter!« hieß es auf einem Transparent. Viele vermuteten einen rechtsradikalen Hintergrund für das Blutbad. Dies seien aber Mutmaßungen, für die es bislang keine Anzeichen gebe, sagte die Polizeisprecherin.

Auch Befürchtungen, wonach rechtsextreme Terroristen das Blutbad angerichtet haben könnten, bestätigte der Chef des Landeskriminalamtes, Christian Steiof, nicht. »Man kann so etwas nie ausschließen, es gibt aber nicht ein Indiz, das in ein solche Richtung führt.« In der Gegend rund um den Tatort gibt es nach Medienberichten seit längerem rechtsextreme Aktivitäten. Es wurden immer wieder Stromkästen, Bänke und Hauswände mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert. Hinweise zu der Tat nimmt die 6. Mordkommission unter der Rufnummer (030)-4664 91 16 01 entgegen.

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