13.04.2012

Europäischer Arbeitsmarkt ist gefordert

Von der Leyen will Jugend nach Deutschland holen

Berlin (dpa). Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wirbt dafür, dass die florierende deutsche Wirtschaft beim Abbau der Rekord-Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland und Spanien hilft. »Alleine in Deutschland sind mehr als eine Million offene Stellen gemeldet und der Bedarf an Fachkräften wird schon wegen der schrumpfenden Bevölkerung weiter ansteigen«, sagte von der Leyen. Sie kündigte an, über ihr Ministerium Initiativen fördern zu wollen, »die talentierte junge Menschen aus Nachbarländern mit hoher Arbeitslosigkeit nach Deutschland lotsen«.

Die Betriebe hierzulande profitierten davon und die jungen Leute aus Spanien oder Griechenland könnten endlich ins Arbeitsleben starten. »Wenn sie eines Tages zurückgehen, werden sie die besten Botschafter für Deutschland in Europa sein«, sagte von der Leyen.

Die Jugendarbeitslosigkeit liege in Deutschland und Österreich mit etwa acht Prozent auf »historischen Tiefstständen«, in Spanien und Griechenland dagegen bei 50 Prozent. »Seit Jahren zählen wir mehr offene Lehrstellen als unversorgte Bewerber.« Selbst Kandidaten mit schlechteren Noten hätten deutlich bessere Chancen als früher.

»Dagegen wartet in Spanien oder Griechenland jeder Zweite unter 25 trotz oft vorhandener Schul- oder Universitätsabschlüsse auf die Möglichkeit, überhaupt einen Fuß ins Berufsleben zu bekommen.« Das könne so nicht bleiben: »Im Augenblick müssen sich die Jugendlichen innerhalb Europas vorkommen wie in zwei unterschiedlichen Welten. In Portugal und Italien sieht es ähnlich trostlos aus, dort ist etwa jeder Dritte nach der Schule oder Uni ohne Job.«

In dieser Situation sei der gemeinsame europäische Arbeitsmarkt gefordert. »Alle Augen richten sich deshalb auf die Länder, in denen die Wirtschaft brummt« - und dazu zähle auch Deutschland. Sie verwies auf das Netzwerk Eures, das grenzüberschreitendes Arbeiten fördert. »Alleine 30 Prozent mehr gemeldete Stellen bei Eures seit Anfang Januar sind ein starkes Signal.«

Da in Deutschland Tausende Betriebe händeringend, gleichwohl vergeblich Auszubildende suchten, fordere sie die Unternehmen auf: »Meldet eure Stellen der Zentralen Auslandsvermittlung. Die kann dann zusammen mit den Kollegen der jeweiligen EU-Länder gezielt in Barcelona oder Piräus nach geeigneten Kandidaten suchen.«

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