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Von Olaf Standke
16.04.2012

Hoffnungsschimmer im Streit mit Iran

»Konstruktives« Treffen in Istanbul / Erneute Gespräche über Atomprogramm im Mai

Die ersten Atomgespräche seit mehr als einem Jahr zwischen Iran und der internationalen Gemeinschaft sind in Istanbul von beiden Seiten verhalten positiv bewertet worden. Das nächste Treffen soll am 23. Mai in Bagdad stattfinden.

»Die Diskussionen um die iranischen Atomfragen waren konstruktiv und nützlich.« Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton stand nach der neuen Runde zwischen den Vertretern Teherans und der sogenannten 5+1-Gruppe aus den UN-Vetomächten China, Frankreich, Großbritannien, Russland, USA sowie Deutschland mit ihrer Einschätzung nicht allein. Auch das russische Außenministerium lobte am Sonntag die Gespräche als »konstruktiv«. Das Treffen habe die Bereitschaft aller Seiten gezeigt, den Atomstreit auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Die USA-Regierung sprach von einer »ersten positiven Etappe«, forderte Teheran aber auch auf, nun »konkrete Schritte« folgen zu lassen.

Der iranische Verhandlungsführer Said Dschalili begrüßte den »Wunsch der anderen Seite«, einen Dialog zu führen und zusammenzuarbeiten. »Wir sehen darin ein positives Zeichen.« Drohungen und Druck seien dagegen keine Mittel. Teheran, das zunehmend unter den westlichen Sanktionen leidet, sieht es vor allem als Erfolg an, dass die Weltmächte ihre Forderungen nach einem absoluten Stopp der iranischen Urananreicherung abgeschwächt hätten.

Nach Istanbul keimt so die Hoffnung, doch noch eine Lösung für das angefeindete iranische Nuklearprogramm zu finden. 15 Monate lang lagen die Verhandlungen auf Eis. Zuletzt verschärften sich vor allem die Drohungen Israels, mit Militärschlägen den zwischen Washington und Tel Aviv vermuteten Bau einer iranischen Atombombe verhindern zu wollen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat dagegen immer auf das Recht Irans gepocht, nukleare Technik für die Energieerzeugung und die medizinische Forschung nutzen zu dürfen.

Westlichen Diplomaten zufolge seien in der türkischen Hauptstadt noch keine konkreten Aktionen besprochen worden. Strittige Fragen kamen bisher nicht auf den Verhandlungstisch. Doch machte Irans Delegation den Vorschlag, das bisher höher angereicherte Uran unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) selbst zu Brennstäben zu verarbeiten. Teheran soll über etwa 100 Kilogramm Uran verfügen, das auf 20 Prozent angereichert wurde. Größere Mengen niedrig angereicherten Urans (3,5 Prozent) könnten als Teil eines Tauschgeschäfts in Russland höher angereichert und in Frankreich zu Brennstäben verarbeitet werden. Für einsatzfähige Atomwaffen wäre eine Anreicherung von über 80 Prozent notwendig.

Nun soll dem als positiv bewerteten Start neuer Gespräche am 23. Mai in der irakischen Hauptstadt Bagdad ein weiteres Treffen folgen. Ziel sei es, den Atomstreit »Schritt für Schritt« beizulegen, sagte Ashton in Istanbul. Grundlage der Gespräche solle der Atomwaffensperrvertrag sein, wobei die 5+1-Gruppe das Recht Irans auf die friedliche Nutzung der Atomenergie natürlich vollständig achte. Ashton versprach für Bagdad »sehr konkrete« Fortschritte.

1 Kommentar

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  • Ani-metaber / 16. Apr 2012 11:11

    "Israel" und die gebrauchte Bedrohung aus dem Iran

    Akiva Eldar ist der Name eines in Haaretz schreibenden Kommentators.

    Er erwähnt einen in Israel wohl gezeigten Sketch, bei dem Obama nach den Auslassungen von Netanjahu und Barak aufmunternd auf die beiden zugeht und sie auffordert, endlich Butter bei die Fische zu geben und den Iran endlich anzugreifen.
    Daraufhin würden Netanjahu und Barack sich erschrocken ansehen und Obama darum anbetteln, dies nicht von ihnen zu verlangen.

    Nun aber denkt sich Eldar seinerseits einen neuen Sketch aus, von dem er glaubt, er könnte von der Wirklichkeit geschrieben werden: Der Iran würde auf die Urananreicherung verzichten und alle seine in Frage kommenden Produktionsstätten für die IAEA zur Kontrolle offenhalten?
    Da sieht er Netanjahu ärgerlich werden, wegen der Fragen, was er nun machen solle, ohne einen Hitler in Teheran, wen solle er nun benennen, der Israel mit einem zweiten Holocaust bedrohen würde?
    Doch Eldar treibt den Gedanken noch weiter. Was käme auf Netanjahu zu, wenn der Iran den Staat Israel in den Grenzen von 1967 anerkennen würde?

    Alle Behauptungen für die Notwendigkeit von den Siedlungen auf besetzten Gebiet würden hinfällig werden und man müsste sich selbst beim Wort nehmen und alles räumen – welch ein Chaos!

    „Netanyahu fears victory over Iran's nuclear program“
    www.haaretz.com/opinion/netanyahu-fears-victory-over-iran-s-nuclear-program-1.424505

    Wer hingegen sehen oder auf Englisch lesen möchte, wie israelisches Militär gegen Friedensaktivisten vorgeht, was wegen der Einreiseverbote im Rahmen des Fly-Ins aktuell ist,sollte sich folgenden Artikel anschauen, bei dem bereits eingetroffene, fahrradfahrende Aktivisten besondere Behandlung verabreicht bekamen,
    www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/netanyahu-condemns-beating-of-pro-palestinian-activist-by-idf-officer-1.424469
    und der mir einzig bekannte Weg darstellt, die gefilmten Szenen ohne Registrierung bei You-Tube anzuschauen (etwas Scrollen notwendig, um an den Film zu gelangen).

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