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17.04.2012

Du weißt schon wer

Kommentar von Uwe Kalbe

Man kennt es aus den Harry-Potter-Filmen. Der eine, entscheidende Name, der nicht genannt werden darf, wird dann doch immer wieder genannt. Ob »Du weißt schon wer« zurückkommt oder nicht, ist bei Harry Potter die Frage, und auch wenn Gut und Böse dort anders verteilt sind, hängt von einer positiven Antwort der Fortgang der Dinge im Film wie bei der LINKEN schicksalhaft ab. Weil Oskar Lafontaine eine Entscheidung über seine bundespolitische Zukunft erst nach den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen treffen will, darf es jetzt nicht konkret werden, muss sich die Partei ein Schweigegelübde auch über den Rest des Personals auferlegen. Der Name der Person, auf die sich alle Augen richten, fällt dabei trotzdem immer wieder. Allerdings nicht, wenn es um das Für und Wider einer Personaldebatte geht. Letztlich deshalb, weil keiner Klartext reden will darüber, dass alle Unwägbarkeiten letztlich mit dieser Verweigerung zusammenhängen.

Wer wird die LINKE führen? Den Namen von »Du weißt schon wem« zu nennen, das gilt offenbar noch nicht als Personaldebatte, weil Oskar Lafontaine so über alle Zweifel erhaben scheint, was seine öffentliche Wirkungsmacht für die Partei angeht. Es ist wohl richtig: Personaldebatten in Wahlkämpfen zu führen, ist problematisch. Doch keine Personaldebatten zu führen, wenn diese anstehen, auch. Glaubwürdigkeit ist in beiden Fällen in Gefahr. Wenn das eigene Personal feindselig kommentiert wird. Oder wenn Zurechtweisungen Schweigen erzwingen wollen.

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