Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Theresa Münch, dpa
17.04.2012

Massenmörder verhöhnt seine Opfer

Breivik plädiert bei Prozess in Oslo auf »nicht strafschuldig«

Er sind schmerzliche Stunden für die Angehörigen der norwegischen Terroropfer. Im Gerichtssaal müssen sie ihr Trauma noch einmal durchleben - und sehen, wie Breivik seine Opfer kühl verhöhnt.

In Oslo hat am Montag der Prozess gegen Massenmörder Anders Behring Breivik begonnen. Der rechtsradikale Islamhasser plädierte auf »nicht schuldig«, er habe in Notwehr gehandelt. Der 33-Jährige muss sich für den Tod von 77 Menschen verantworten. Die Verlesung der Anklageschrift und der Opferliste verfolgte Breivik ohne emotionale Regung.

»Ich gebe die Taten zu, bekenne mich aber nicht strafschuldig«, sagte Breivik, der mit geballter Faust einen rechtsradikalen Gruß zeigte. So oft wie möglich ergriff er das Wort: Das Gericht erkenne er nicht an, es sei von Parteien eingesetzt, die den Multikulturalismus unterstützten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Juli 2011 im Osloer Regierungsviertel mit einer Autobombe acht Menschen getötet zu haben. Dann habe er auf der Insel Utøya gezielt 69 Teilnehmer eines Feriencamps für junge Sozialdemokraten umgebracht. Er ist wegen Terrorismus' und vorsätzlichen Mordes angeklagt.

Der Prozess, der als größter der norwegischen Geschichte eingeordnet wird, wurde für die Angehörigen live in 17 Gerichtssäle in ganz Norwegen übertragen. Fernsehsender zeigten ihn weltweit. Mehr als 800 Medienvertreter von 220 Redaktionen sind akkreditiert.

Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Schuldfähigkeit. Für seine Terrorakte könnte Breivik 21 Jahre ins Gefängnis kommen - oder, falls ihn das Gericht für geisteskrank erklärt, in die geschlossene Psychiatrie.

Staatsanwältin Inga Bejer Engh verlas zu Beginn die Namen der 77 Todesopfer. Auf Utøya tötete Breivik ihren Ausführungen zufolge 67 Menschen durch Schüsse, ein Opfer erlag auf der Flucht vor dem Mörder seinen Schussverletzungen, ein Opfer ertrank. Schockierend und emotionsgeladen wurde es vor allem, als die Staatsanwälte eine Tonaufnahme vorspielten, auf der ein Mädchen auf Utøya die Polizei um Hilfe ruft. Im Hintergrund sind Schüsse zu hören. Während des Telefonats starben nach Angaben der Anwälte wahrscheinlich 14 Menschen. Hier kamen vielen Angehörigen der Opfer, die den Prozessauftakt größtenteils gefasst verfolgten, die Tränen. Vor allem in den kommenden fünf Tagen, wenn Breivik selbst seine Motive erklären darf, erwarten die Angehörigen schockierende Aussagen.

Staatsanwalt Svein Holden berichtete über Breiviks Vorbereitungen der Attentate und rekonstruierte minutengenau die Bombenexplosion in Oslo und das Massaker auf Utøya. Dabei ging er auch auf das 1500 Seiten starke Manifest des Rechtsradikalen ein, in dem dieser vor einer Islamisierung Europas warnt.

Breiviks Weltbild sei schwer zu verstehen, betonte sein Verteidiger Geir Lippestad. Daher sei es umso wichtiger, dass der 33-Jährige seine Taten selbst erklären dürfe.

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken