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18.04.2012

»Dragon« soll Wende in US-Raumfahrt bringen

Erster privater Raumtransporter vor dem Start zur ISS

Der US-Raumfahrt geht das Geld aus - Privatfirmen sollen in die Bresche springen. Demnächst startet eine Raumkapsel der Firma SpaceX zur Raumstation ISS. Doch vieles kann schiefgehen, warnt der Firmenchef.

Wende in der US-Raumfahrt: Der erste private Raumtransporter zur Internationalen Raumstation ISS soll nach monatelangen Verzögerungen am 30. April starten. Die Reise der unbemannten »Dragon«-Kapsel des US-Unternehmens SpaceX werde drei Tage dauern, gaben NASA und SpaceX am Montagabend bekannt. Anschließend seien zahlreiche, komplizierte Andockmanöver an der ISS geplant.

Es sei geplant, dass die Kapsel erst nach Wochen wieder zur Erde zurückkehre, hieß es weiter. ISS-Programmdirektor Mike Suffredini sprach von einem »historischen Start«. Es sei das erste kommerzielle Raumfahrtvehikel, das an der ISS andocke. Der Start mit einer Falcon9-Trägerrakete ist vom Nasa-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida vorgesehen. Allerdings warnte SpaceX-Chef Elon Musk, auch ein Fehlschlag müsse einkalkuliert werden. »Es muss betont werden, dass in einer Mission wie dieser vieles schiefgehen kann.« Ursprünglich war der erste Testflug bereits für vergangenen November geplant, musste dann aber wegen technischer Probleme mehrfach verschoben werden.

In der ersten Phase ist vorgesehen, dass die Kapsel Material zur Raumstation transportiert, später ist an bemannte Flüge gedacht. Bei ihrem Testflug bringt die Kapsel eine 521-Kilogramm-Ladung zur Raumstation. Es handele sich vor allem um Lebensmittel für die Astronauten. Zurückbringen solle »Dragon« 600 Kilo Müll. Das Andockmanöver sei höchst kompliziert, hieß es. In der letzten Phase werde die Kapsel vom Roboterarm der ISS gepackt und in die richtige »Parkposition« gebracht.

Der Einsatz kommerzieller Transporter war von der US-Regierung im Zeichen des Sparens beschlossen worden: Dahinter steht die Annahme, von Privatfirmen entwickelte Vehikel seien billiger. Die NASA schloss mit SpaceX einen Milliardenvertrag über zwölf Flüge ab, die Ladung zur ISS bringen sollen. Seit Ende des Shuttle-Programms 2011 verfügen die USA über keine Raumtransporter mehr und sind auf Mitfahrgelegenheiten in russischen Sojus-Kapseln angewiesen. dpa

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