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Von Caroline M. Buck
19.04.2012

Eigentum Frau

»Traumfabrik Kabul« von Sebastian Heidinger

Der Deutsche Entwicklungsdienst kommt nicht gut weg in diesem Dokumentarfilm über eine Regisseurin, die sich in Afghanistan für die Menschenrechte, auch und gerade von Frauen, stark macht. Saba Sahar, die 18 Jahre Polizistin war und seit ein paar Jahren Filme schreibt, produziert, inszeniert und spielt, in denen prügelnde Ehemänner und sonstige Frauenschänder vorkommen, will einen Film drehen. Ihre Heldin: eine Polizistin, die stark ist und gesetzestreu, sich nicht korrumpieren lässt, Schleier trägt, wenn das zielführend scheint, und übergriffige Männer mit ihren zielsicheren Kung Fu-Künsten desto gründlicher überrascht. Und weil es in Afghanistan so gut wie keine Kinos gibt - und sicher keine, die eine Frau besuchen könnte - fährt sie mit ihren Filmen über Land.

Der rotblonde Herr über die Förderprogramme vom Deutschen Entwicklungsdienst aber will kein Geld locker machen für das neue Filmprojekt, das Saba Sahar ihm vorstellt. Förderwürdig sei es an sich ja, befindet er und windet sich ein bisschen, aber leider doch so völlig konträr zur neuen afghanischen Familiengesetzgebung, wie sie gerade zur Verhandlung stand (es war das Gesetzespaket, aus dessen Entwurf diverse frauenfeindliche Passagen auf Druck von innen wie außen wieder gestrichen werden mussten). Man könne aber kein Geld geben für ein Projekt, das in Afghanistan vielleicht bald nicht mehr der Gesetzeslage entspreche - und dem gesellschaftlichem Konsens ja ohnehin nicht.

Sollen Männer doch weiter ihre Frauen als rechtloses Eigentum behandeln, heißt das wohl im Klartext, als Ware, Sklave, Punching Ball - wenn sie es gern so hätten, möchte ihnen der Deutsche Entwicklungsdienst offenbar nicht weiter im Weg stehen. Glücklicherweise ist Saba Sahar eine durchsetzungsfähige Frau, die viel persönliches Leid in Kauf genommen hat, um ihre feste Überzeugung von der Gleichberechtigung der Frau und ihrer Menschenwürde in die afghanische Gesellschaft zu tragen. Und es ist gut zu wissen, dass sie - Jahre allerdings nach dem mühseligen Antichambrieren, bei dem Sebastian Heidinger sie für »Traumfabrik Kabul« begleitete - heute dabei ist, eine Polizeiserie zu drehen, in der ihr Kameramann von einst den guten Polizisten gibt, der weder foltert noch bestechlich ist - und der die Frauen achtet.

»Traumfabrik Kabul« ist Sebastian Heidingers zweiter Dokumentarfilm nach »Drifter« über die neue Stricher-Jugend vom Bahnhof Zoo, und was der Film gegenüber dem Erstling an ästhetischer Stilisierung vermissen lässt, hat er ihm an Wahrhaftigkeit voraus. Was der dahintreibenden Drogenjugend im ersten Film an Zielstrebigkeit fehlte, hat Saba Sahar im Übermaß. Die Umstände allerdings sehen nicht danach aus, als ob sie den Abzug der Weststaaten aus Afghanistan lange überstehen wird. Da wird dann wohl wieder das Exil winken, wie zu Zeiten des Bürgerkriegs und der Taliban.

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