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Von Oliver Händler
19.04.2012

Ein Geschenk fehlt noch

Berliner Volleyballer gleichen Finalserie erneut aus und müssen nun in Haching siegen

Alles zurück auf Null. Die BR Volleys haben im Kampf um die Volleyballmeisterschaft erneut gegen Vorrundensieger Haching ausgeglichen. Nach dem 3:0 in Berlin steht es in der Finalserie 2:2. Die Entscheidung fällt am Sonntag in Bayern. Bisher gewann immer die Heimmannschaft.

Scott Touzinsky hat seine ganz eigene Theorie zum Thema Heimvorteil im Volleyball: »Haching konnte ihn in den Spielen in Bayern verteidigen, wir hier in Berlin. In Spiel fünf gibt es aber keinen Heimvorteil mehr. Haching hat nur das Recht, das Spiel in der eigenen Halle auszutragen«, meinte der US-Amerikaner. »Aber das bedeutet nichts mehr in einem Entscheidungsspiel.« Dieses letzte Saisonspiel der Deutschen Volleyball-Liga hat Touzinsky mit seinen BR Volleys am Dienstagabend mit einem 3:0-Sieg im vierten Spiel der Finalserie erzwungen.

Dass ausgerechnet in Spiel fünf die Heimstärke der in den Playoffs dort noch unbesiegten Hachinger schwinden soll, muss Berlin erst noch beweisen. Hachings Denis Kaliberda glaubt freilich nicht daran. »Es war schwierig in Berlin, weil wir schlechter aufgeschlagen haben, und die Berliner in der Abwehr jeden Ball holten. Aber ich weiß, wie wir in Haching gespielt haben, und da hatten sie keine Chance. Die müssen erst mal zu uns kommen, und daran glauben, dass sie gewinnen können«, sagte der Ex-Berliner. »Ich denke nicht, dass wir zu Hause verlieren, auch wenn wir anders spielen müssen als heute. So werden wir nicht deutscher Meister.«

Ein Unterschied zu den zwei Finalniederlagen der Berliner in Bayern könnte eine Extraportion Motivation bei Touzinsky werden. »Am Dienstag hatte meine Mutter Geburtstag. War doch ein schönes Geschenk für sie!«, sagte der US-Amerikaner. »Am Sonntag habe ich dann Geburtstag. Da werde ich mir selbst das beste Geschenk machen.« Als Touzinsky im Winter an die Spree zurückgekehrt war, hatte der Olympiasieger von 2008 den Schritt damit begründet, noch etwas beweisen zu wollen. »Das ist noch nicht geschafft. Erst mit dem Sieg am Sonntag«, sagte er nach dem letzten Heimspiel der Saison.

Dabei hatte der zweite US-Amerikaner in Diensten der Berlin Volleys groß aufgespielt. Zuspieler Kawika Shoji avancierte mit gerade mal 24 Jahren zum Führungsspieler auf dem Parkett. »Wir starteten zu langsam beim Aufschlag. Da war es meine Aufgabe, mehr Aggressivität auszustrahlen«, so Shoji. Seine Aufschlagserien sorgten letztlich in allen drei Sätzen für die Entscheidung zugunsten Berlins. »Kawika war der zweite Grund für meine Rückkehr. Mit einem Zuspieler seines Kalibers wollte ich unbedingt zusammenspielen. Wie sehr er jedem im Team hilft, hat er heute gezeigt«, lobte Landsmann Touzinsky.

Dabei hatte Shoji in Finalspiel drei noch wegen einer Bänderverletzung im Sprunggelenk aussetzen müssen. Doch die über 7000 Fans in der Max-Schmeling-Halle ließen die Schmerzen vergessen. »Man muss Spaß haben, dann geschehen gute Dinge. Und vor diesen Fans war es das Einfachste, Spaß zu haben«, sagte der gebürtige Hawaiianer. Jene Freude auch am Sonntag zu entwickeln, wenn schätzungsweise 1500 Zuschauer gegen seine Mannschaft brüllen, , werde kein Problem darstellen, glaubt Shoji. »Hey, es wird Spiel fünf! Das letzte der Saison. Das wird sowieso verrückt. Wie kann man in so einer Partie keinen Spaß haben?«, fragte Shoji recht rhetorisch. »Außerdem kommt der doch immer, wenn man gewinnt.«

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